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Form

Monophonie

Einstimmige Musik.

Was es bedeutet

Monophonie ist einstimmige Musik: eine einzige Melodie ohne begleitende Stimmen. Auch wenn viele Menschen zugleich dieselbe Melodie singen, bleibt der Satz einstimmig; ebenso, wenn Instrumente die Melodie in der Oktave mitspielen. Die Bezeichnung betrifft die Zahl der musikalischen Linien, nicht die Zahl der Ausführenden. Von der Homophonie unterscheidet sie sich dadurch, dass dort eine Begleitung hinzutritt.

Musikalische Verwendung

Einstimmigkeit ist die älteste und weltweit verbreitetste Form musikalischen Satzes. In Europa gehören der gregorianische Choral, die Lieder der Troubadours und Minnesänger sowie ein großer Teil der Volksmusik dazu. Ihr Reichtum liegt nicht in der Harmonie, sondern in Melodik, Rhythmus, Klangfarbe und der Bindung an die Sprache; die Kirchentonarten, die feinen Verzierungen und die Gliederung nach dem Text sind ohne mehrstimmigen Zusammenhang zu verstehen. Wer solche Musik mit harmonischen Vorstellungen späterer Zeit hört, verfehlt ihren Bau. Aus der Einstimmigkeit entwickelt sich seit dem Mittelalter die Mehrstimmigkeit, ohne sie zu verdrängen.

Spielpraxis

Gestalte einstimmige Musik vom Text und von der Melodiegliederung her, nicht von einer gedachten Harmonie. Singe mit ruhiger, geschlossener Tongebung und sparsamem Vibrato, damit die Gruppe verschmilzt. Atme gemeinsam an verabredeten Stellen. Wähle eine bequeme Tonlage, da viele Quellen keine absolute Höhe vorgeben. Widerstehe der Versuchung, Begleitungen hinzuzufügen, wenn die Quellen keine nennen — ist es doch gewünscht, mache die Entscheidung kenntlich.

Einstimmigkeit nicht Armut bedeutet: Melodische Feinheit, Verzierung, Rhythmus und die Bindung an den Text tragen diese Musik, und eine hinzugefügte Harmonie verstellt sie eher, als sie zu bereichern. Wenn eine Begleitung gewünscht ist, mach die Entscheidung kenntlich und halte sie sparsam. Gestalte vom Text her, singt mit geschlossener Tongebung und sparsamem Vibrato und atme gemeinsam an verabredeten Stellen. Richte die Atemstellen nach den Sinnabschnitten des Textes. Prüfe, ob eine Ausgabe stillschweigend eine Begleitung ergänzt hat, weil das die Wahrnehmung der Melodie grundlegend verändert.