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Vokal

Cantus planus

Gregorianischer Choral, einstimmiger Gesang.

Was es bedeutet

Cantus planus ist eine lateinische Bezeichnung für den einstimmigen liturgischen Gesang der westlichen Kirche, der meist als gregorianischer Choral bezeichnet wird. Das Wort planus verweist auf den ebenen, gleichmäßigen Vortrag ohne feste Taktordnung und ohne Mehrstimmigkeit. Die Melodien folgen den Kirchentonarten, bewegen sich überwiegend in Schritten und richten sich in ihrer Gliederung nach dem lateinischen Text. Die Notation erfolgt traditionell in Quadratnoten auf vier Linien.

Im Notenbild

Quadratnotation kennt keine Notenwerte im heutigen Sinn: Die Zeichen geben Tonhöhen und Gruppierungen an, nicht Dauern. Ein C- oder F-Schlüssel legt die Lage fest, Striche unterschiedlicher Länge gliedern den Text, und Neumengruppen fassen mehrere Töne auf einer Silbe zusammen. Moderne Ausgaben ergänzen teils rhythmische Zeichen, deren Deutung umstritten ist.

Musikalische Verwendung

Der Choral ist die älteste zusammenhängend überlieferte Musik des europäischen Raums und bildet die Grundlage, auf der die mehrstimmige Musik des Mittelalters aufbaut: Choralmelodien dienen als Cantus firmus, um den herum weitere Stimmen gesetzt werden. Seine Gestaltung richtet sich nach der Liturgie, für die er bestimmt ist — schlichte Rezitationsformeln für Lesungen und Psalmen, reich verzierte Melodien für herausgehobene Gesänge. Die Wirkung beruht auf der Verbindung von Sprache und Melodie, nicht auf Harmonik.

Spielpraxis

Gestalte den Choral vom Text her: Die Betonung folgt dem lateinischen Wortakzent, und die Melodie bewegt sich in Gruppen, nicht in gleichförmigen Einzeltönen. Singe ohne Vibrato und mit ruhiger, gleichmäßiger Stimmgebung; der Klang soll geschlossen wirken. Atme gemeinsam an den durch Striche markierten Stellen. Wähle eine Tonhöhe, die für alle bequem liegt, denn die Notation legt keine absolute Lage fest. Rechne mit dem Nachhall des Raumes und passe das Tempo daran an.

es verschiedene Choralschulen gibt, die Rhythmus und Vortrag unterschiedlich deuten: Manche gehen von gleichlangen Tonwerten aus, andere von einer differenzierten Rhythmik nach den ältesten Handschriften. Entscheide dich für einen Ansatz und bleibe dabei, statt zu mischen. Prüfe die verwendete Ausgabe darauf, welche Zeichen vom Herausgeber stammen. Für die Aufführung im Gottesdienst ist die Abstimmung mit dem Ablauf nötig, und für das Üben lohnt es, den lateinischen Text zuerst laut zu sprechen.