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Theorie

Nota contra notam

„Note gegen Note“ – die einfachste Form des Kontrapunkts, bei der alle Stimmen im gleichen Rhythmus verlaufen.

Was es bedeutet

Nota contra notam (lateinisch „Note gegen Note“) bezeichnet die einfachste Form des Kontrapunkts: Zu jeder Note einer vorgegebenen Stimme, meist dem Cantus firmus, wird genau eine Note in der Gegenstimme gesetzt. Alle Stimmen schreiten also im gleichen Rhythmus fort. Die Stimmen bleiben eigenständige Linien, sind aber im Zusammenklang eng gebunden.

Musikalische Verwendung

Der Begriff stammt aus mittelalterlichen Lehrschriften. Er beschreibt eine Satzweise, die zum Beispiel im Conductus des 12. und 13. Jahrhunderts, in Kadenzformeln und in Chorsätzen vorkommt. In der Lehre des Gattungskontrapunkts entspricht sie der ersten Gattung, der Grundlage für die Lehre der freieren Gattungen, in denen mehrere Noten gegen eine stehen.

Abzugrenzen ist nota contra notam von Kontrapunkt mit mehreren Noten gegen eine, bei dem die Gegenstimme rhythmisch belebt wird, und vom homophonen Akkordsatz, in dem alle Stimmen zwar gleichzeitig, aber als Akkord und nicht als selbstständige Linien gedacht sind.

Spielpraxis

Wenn du nota contra notam singst oder schreibst, achte auf klare Stimmführung: Vermeide parallele Quinten und Oktaven und lasse die Stimmen in Gegenbewegung verlaufen. Eine ruhige Deklamation macht die Selbstständigkeit jeder Stimme hörbar.