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Theorie

Gegenbewegung

Zwei Stimmen bewegen sich in entgegengesetzter Richtung.

Was es bedeutet

Gegenbewegung nennt man den Fall, dass sich zwei Stimmen in entgegengesetzter Richtung bewegen: Während die eine Stimme aufwärts geht, geht die andere abwärts. Sie ist eine der vier Bewegungsarten zweier Stimmen, neben Parallel-, Seiten- und gerader Bewegung.

Musikalische Verwendung

In der Satzlehre gilt die Gegenbewegung als besonders günstige Art der Stimmführung, weil sie die Selbstständigkeit der Stimmen betont und verbotene Parallelen vermeidet. Besonders zwischen Melodie und Bass wird sie bevorzugt, etwa beim Schließen einer Kadenz, wo Oberstimme und Bass gegeneinander zur Tonika streben. Auch in der Fuge und im Kanon wird sie durch die Umkehrung des Themas kunstvoll genutzt.

Abzugrenzen ist die Gegenbewegung von der Parallelbewegung, bei der beide Stimmen im gleichen Abstand in dieselbe Richtung gehen, und von der geraden Bewegung, bei der sie zwar in dieselbe Richtung, aber in wechselndem Abstand fortschreiten. Bei der Seitenbewegung bleibt eine Stimme liegen, während die andere sich bewegt.

Spielpraxis

Höre beim Zusammenspiel auf die Gegenbewegung: Ein Ausgleich zwischen aufsteigender und absteigender Stimme lässt den Satz offen und transparent klingen. Achte darauf, beide Stimmen gleichberechtigt zu gestalten, sodass sich ihre Bewegungen gegenseitig unterstützen.