Zum Inhalt springen
Form

Satz

Ein Satz ist ein in sich geschlossener Teil eines mehrteiligen Musikwerks, etwa einer Sonate, Sinfonie oder Suite. Jeder Satz hat meist eine eigene Tempo- oder Charakterangabe, einen eigenen Schluss und oft eine eigene Taktart. Hier geht es um diese Bedeutung; das Wort kann auch die Machart eines Stücks meinen.

Bedeutung
in sich geschlossener Teil eines mehrteiligen Werks
Bezeichnung
meist Tempo oder Charakter, z. B. „Andante“
Folge
oft auf Kontrast angelegt, z. B. schnell – langsam – schnell
Andere Bedeutung
Tonsatz: die Art, wie ein Stück gesetzt ist, z. B. zweistimmiger Satz

Ein Teil, der für sich steht

Ein Satz hört nach seinem Schlussstrich auf, ohne dass das Werk zu Ende sein muss. Meist trägt jeder Satz eine eigene Bezeichnung, die zugleich als Überschrift dient: ein Tempo- oder Charakterwort wie „Andante“ oder „Allegro“, bei Mozarts Sonate in A-Dur aber der Name der Form („Menuetto“). Die Folge der Sätze ist oft auf Kontrast angelegt, häufig schnell – langsam – schnell. Das passt zu Clementis Sonatine in der Tabelle: Der Kopfsatz ist „Spiritoso“, der zweite Satz „Andante“, der dritte „Vivace“.

Satz 1: Spiritoso in ¢

2 2 Spiritoso

Eigenes Beispiel zum Rhythmus aus dem Anfang des ersten Satzes in Clementis Sonatine: Viertel, zwei Achtel, zwei Viertel im ersten Takt, im zweiten Takt Viertel, zwei Achtel und eine Halbe. Die Töne sind frei gewählt. Die Taktangabe ¢ steht für 2/2.

Satz 2: Andante in 3/4

3 4 Andante

Der zweite Satz steht im Archiv in einem anderen Takt (3/4) und einer anderen Tonart; er ist ruhiger bezeichnet.

Satz 3: Vivace in 3/8

3 8 Vivace

Der dritte Satz hat wieder einen anderen Takt (3/8). Auch dieses Beispiel ist eigen: zwei Sechzehntel und zwei Achtel im ersten Takt, im zweiten eine Viertel und zwei Sechzehntel, mit frei gewählten Tönen.

Was sich von Satz zu Satz ändert

Jeder Satz kann Taktart, Vorzeichen und Tempo wechseln. Bei Clementi sind es drei verschiedene Taktarten (2/2, 3/4 und 3/8) und zwei Vorzeichnungen (keine und ein ♭). Auch die Länge unterscheidet sich: Der erste Satz hat 38 Takte, der zweite 26, der dritte 70. Gemeinsam ist den Sätzen das Werk, zu dem sie gehören.

SatzBezeichnungTaktVorzeichenLänge und Schluss
1. Satz„Spiritoso“¢ (2/2)keineTakt 1–38, zwei wiederholte Teile; Schluss auf c
2. Satz„Andante“3/4ein ♭Takt 1–26; Schluss auf f
3. Satz„Vivace“3/8keineTakt 1–70; Schlussklang mit c, e und g

Ein Werk, drei Sätze

Ein Satz als eigene Datei

Satz als Teil oder als Machart

Das Wort hat in der Musik noch eine zweite Bedeutung: die Art, in der ein Stück gesetzt ist, die Kompositionsweise. So spricht man von einem zweistimmigen, dreistimmigen oder mehrstimmigen Satz oder von einem homofonen und einem polyfonen Satz. Gemeint ist dort die Machart, nicht ein Teil eines größeren Werks. Auf dieser Seite geht es um den Satz als Werkteil. Satzbezeichnungen wie „Andante“ findest du auf den Seiten zu Andante und Vivace; der Menuett-Satz in Mozarts Sonate ist auf der Seite zum Menuett beschrieben.

Zum Üben: Nimm ein mehrsätziges Werk und schreibe zu jedem Satz drei Dinge auf: Tempowort, Taktangabe und Vorzeichen. Dann siehst du, wie der Kontrast zwischen den Sätzen entsteht, bevor du ein Wort für die Form hast.

Häufige Fehler

  • Satz mit Abschnitt verwechseln: Ein Satz hat einen eigenen Schluss, ein Abschnitt (etwa Teil A einer Wiederholung) ist nur ein Teil davon.
  • Die Tonart des Werks für die Tonart jedes Satzes halten: Mozarts Sonate Nr. 16 trägt den Titel C-Dur, der zweite Satz hat ein Kreuz in der Vorzeichnung.
  • „Satz“ immer als Werkteil lesen: Bei „zweistimmiger Satz“ oder „Satz für Gitarre“ ist die Machart gemeint: wie ein Stück gesetzt ist.