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Form

Menuett

Das Menuett (französisch menuet) ist ein Tanz aus Frankreich im Dreivierteltakt. In der Musik der Klassik steht es auch als Satz in Sonate und Sinfonie, meist mit einem Trio als Mittelteil. Ursprünglich ist der Aufbau zweiteilig, jeder Teil wird wiederholt.

Takt
3/4, auch 3/8
Aufbau
ursprünglich zwei Teile, jeder wiederholt
Als Satz
meist mit Trio, in viersätzigen Werken meist an dritter Stelle
Wort
französisch menuet, eigentlich „Tanz mit kleinen Schritten“

Tanz, Satz und Tempoangabe

Das Menuett hat zwei Bedeutungen: einen aus Frankreich stammenden Tanz im 3/4-Takt und den Satz einer Sonate oder Sinfonie, auch den Suitensatz. Das Wort geht auf französisch „menuet“ zurück, das zu „menu“ („klein“) gehört. Die Tanzform kam als Satz in die Instrumentalmusik. Dort steht das Menuett in einem viersätzigen Werk meistens an dritter Stelle, zusammen mit einem Trio; es kann aber auch an anderer Stelle stehen. Bei Mozarts Sonate in A-Dur (KV 331) im Archiv ist das Menuetto der zweite Satz.

Der Menuett-Rhythmus zu Beginn

3 4

Eigenes Beispiel nach dem Rhythmus, mit dem Petzolds Menuett G-Dur beginnt: Takt 1 und Takt 3 haben eine Viertel und vier Achtel, Takt 2 drei Viertel. Jeder Takt hat drei Schläge, der erste trägt die Betonung.

Zwei Teile, beide wiederholt

3 4

Der Grundriss eines Menuetts im Kleinen: Teil A (zwei Takte) wird wiederholt, dann Teil B (zwei Takte), ebenfalls wiederholt. Die Wiederholungszeichen stehen am Ende von A und von B, das Zeichen zu Beginn von B setzt den Rücksprungpunkt. In echten Menuetten sind die Teile länger.

Zweiteilig und mit Trio

Die Grundform ist einfach: zwei Teile, jeder wird wiederholt. Wie lang die Teile sind, ist offen; Petzolds Menuett G-Dur hat zweimal 16 Takte. Bei den Menuetten in Sonate und Sinfonie schließt sich meist ein Trio an, ein Mittelteil, den das Blatt bei Mozart mit „Trio.“ überschreibt und mit anderer Vorzeichnung notiert (zwei statt drei Kreuze). Nach dem Trio kehrt das Menuett zurück: Das Kürzel D.C. steht für „da capo“, „vom Anfang“.

Stück im ArchivBezeichnung auf dem BlattTaktVorzeichenAufbau und Besonderheit
Menuett G-Dur (Petzold)„Menuett G-Dur“3/4ein KreuzTeil A Takt 1–16, Teil B Takt 17–32, beide wiederholt
Sonate Nr. 11, 2. Satz (Mozart)„MENUETTO.“3/4drei KreuzeTrio ab Takt 49, am Ende „Menuetto D.C.“
Etüde Nr. 7 (Aguado)„Minuetto.“3/8keine zu BeginnMenuett im Dreiachteltakt; Klammern 1. und 2.
Tiroler Weise Nr. 14 (Horetzky)„TEMPO di. MENUETTO.“3/4vier KreuzeMenuett als Tempoüberschrift, mit Triolen

Menuett als Tanzstück

Menuett als Satz einer Sonate

Menuett in der Gitarrenmusik

Taktart und Name

Der Dreivierteltakt ist die Regel, wie in der Tabelle: Drei Viertel pro Takt, die Eins ist betont (siehe Dreivierteltakt). Auch der Dreiachteltakt kommt vor. Das Archiv zeigt ihn bei Aguado, der sein Stück „Minuetto“ nennt und in 3/8 notiert. Die Bezeichnung kann auch nur ein Tempo angeben: Horetzkys „Tempo di Menuetto“ ist ein Tempohinweis, und das Stück trägt einen anderen Titel. Wie schnell ein Menuett gespielt wird, war nicht festgelegt; deshalb ist ein solcher Hinweis ohne weitere Angabe ungenau.

Zum Üben: Zähle bei Petzolds Menuett laut „1 – 2 – 3“ und tritt den Grundschlag. In Takt 1 liegt die Viertel auf der Eins, die vier Achtel verteilen sich auf Zwei und Drei („2 und 3 und“). Spiele danach das Rhythmusbeispiel oben und zähle dabei mit.

Häufige Fehler

  • Menuett mit Walzer gleichsetzen: Beide stehen im Dreivierteltakt, aber das Menuett ist ein Tanz aus Frankreich, ursprünglich mit zweiteiligem Aufbau; der Walzer ist eine andere Tanzform.
  • Das Trio überspringen: In Mozarts Satz folgt auf das Trio „Menuetto D.C.“, das Menuett wird also noch einmal gespielt.
  • Jedes Stück im 3/4-Takt für ein Menuett halten: Ein Menuett erkennt man am Namen, am Aufbau oder an der Tempoangabe auf dem Blatt, nicht allein an der Taktart.