Suite
Folge stilisierter Tänze.
Was es bedeutet
Die Suite ist eine Folge von Sätzen, die überwiegend auf Tanztypen beruhen. Der Kern der barocken Suite besteht aus Allemande, Courante, Sarabande und Gigue; dazwischen treten eingeschobene Sätze wie Menuett, Bourrée, Gavotte oder Passepied, und eröffnet wird häufig mit einem Präludium oder einer Ouvertüre. Die Sätze stehen in der Regel in derselben Tonart; die Einheit entsteht also nicht durch thematische Beziehungen, sondern durch Tonart und Charakterfolge. Die Tänze sind stilisiert, also nicht zum Tanzen bestimmt.
Musikalische Verwendung
Jeder Satztyp hat eigene Merkmale: Taktart, Tempo, typische Rhythmen, Betonungsverhältnisse und Auftaktbildung. Wer diese kennt, spielt die Sätze verschieden; wer sie nicht kennt, spielt sie gleich. Die Orchestersuite des Barock wird oft nach ihrem Eröffnungssatz Ouvertüre genannt. Im 19. und 20. Jahrhundert bezeichnet Suite außerdem eine Zusammenstellung von Sätzen aus einem größeren Werk, etwa aus einer Ballett- oder Bühnenmusik, so Griegs Peer-Gynt-Suiten (op. 46, 1888, und op. 55, 1893) aus der Schauspielmusik von 1875. Zur Abgrenzung: Die Partita kann dasselbe meinen, bezeichnet aber ebenso einen Variationszyklus.
Spielpraxis
Arbeite die Tanzcharaktere heraus — das ist die wichtigste Aufgabe bei einer Suite. Kläre für jeden Satz Taktart, Grundpuls und die Frage, wo die schweren und leichten Taktteile liegen; daraus ergeben sich Artikulation und Phrasierung. Plane die Tempoverhältnisse zwischen den Sätzen und die Pausen dazwischen. Beachte Wiederholungen und entscheide über Verzierungen bei der Wiederholung. Prüfe die Ausgabe auf Herausgeberzusätze und trenne sie von den Angaben der Quelle.
Die Tanzsätze werden nicht zum Tanzen gespielt: Das bedeutet Freiheit in der Zeitgestaltung, aber keine Freiheit gegenüber den Betonungsverhältnissen, die den Typ ausmachen. Prüfe außerdem, ob eingeschobene Tanzsätze mit einem zweiten Satz paarweise verbunden sind und das erste Stück danach wiederkehrt, wie beim Menuett mit Trio.