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Form

Suite

Folge stilisierter Tänze.

Was es bedeutet

Die Suite ist eine Folge von Sätzen, die überwiegend auf Tanztypen beruhen. Der Kern der barocken Suite besteht aus Allemande, Courante, Sarabande und Gigue; dazwischen treten eingeschobene Sätze wie Menuett, Bourrée, Gavotte oder Passepied, und eröffnet wird häufig mit einem Präludium oder einer Ouvertüre. Alle Sätze stehen in derselben Tonart; die Einheit entsteht also nicht durch thematische Beziehungen, sondern durch Tonart und Charakterfolge. Die Tänze sind stilisiert, also nicht zum Tanzen bestimmt.

Musikalische Verwendung

Jeder Satztyp hat eigene Merkmale: Taktart, Tempo, typische Rhythmen, Betonungsverhältnisse und Auftaktbildung. Wer diese kennt, spielt die Sätze verschieden; wer sie nicht kennt, spielt sie gleich. Die Orchestersuite des Barock wird oft nach ihrem Eröffnungssatz Ouvertüre genannt. Im 19. und 20. Jahrhundert bezeichnet Suite außerdem eine Zusammenstellung von Sätzen aus einem größeren Werk, etwa aus einer Ballett- oder Bühnenmusik. Zur Abgrenzung: Die Partita kann dasselbe meinen, bezeichnet aber ebenso einen Variationszyklus.

Spielpraxis

Arbeite die Tanzcharaktere heraus — das ist die wichtigste Aufgabe bei einer Suite. Kläre für jeden Satz Taktart, Grundpuls und die Frage, wo die schweren und leichten Taktteile liegen; daraus ergeben sich Artikulation und Phrasierung. Plane die Tempoverhältnisse zwischen den Sätzen und die Pausen dazwischen. Beachte Wiederholungen und entscheide über Verzierungen bei der Wiederholung. Prüfe die Ausgabe auf Herausgeberzusätze und trenne sie von den Angaben der Quelle.

die Tanzsätze stilisiert sind und nicht zum Tanzen gespielt werden: Das bedeutet Freiheit in der Zeitgestaltung, aber keine Freiheit gegenüber den Betonungsverhältnissen, die den Typ ausmachen. Wer sie kennt, gestaltet richtiger als wer nur das Tempo wählt. Kläre für jeden Satz Taktart, Grundpuls und Auftaktbildung. Die Kernfolge Allemande, Courante, Sarabande und Gigue wird oft durch Galanterien wie Menuett oder Gavotte ergänzt. Im 19. Jahrhundert entstanden Orchestersuiten aus Bühnenmusiken, etwa Griegs Peer-Gynt-Suiten. Prüfe, ob eingeschobene Tanzsätze paarweise mit einem zweiten Satz und einer Wiederkehr des ersten verbunden sind.