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Form

Polonaise

Die Polonaise (französisch „danse polonaise“, polnischer Tanz) ist ein festlicher Schreittanz im Dreivierteltakt. Die Musik dazu steht im Dreiertakt mit Betonung auf dem ersten Schlag. Im Archiv liegen zwei Polonaisen aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach.

Wort
französisch polonaise (danse), „polnischer (Tanz)“
Takt
3/4
Charakter
festlicher Schreittanz in mäßigem Tempo
Im Archiv
Polonaise F-Dur und g-Moll

Schreittanz im Dreiertakt

Die Polonaise ist ein festlicher Schreittanz im 3/4-Takt, der als Eröffnung von Bällen beliebt war. Das Wort ist französisch („danse polonaise“, polnischer Tanz). Die Tanzpaare schreiten in mäßigem Tempo durch den Saal, und die Musik steht im Dreiertakt. Der erste Schlag trägt die Betonung. Die beiden Stücke im Archiv sind Klavierstücke; wie nah sie dem Tanz stehen, sagt das Notenbild allein nicht.

Ein Rhythmus wie am Anfang der g-Moll-Polonaise

3 4

Eigenes Beispiel mit dem Rhythmus der ersten beiden Takte der Polonaise g-Moll: Takt 1 hat punktierte Achtel, Sechzehntel und zwei Viertel, Takt 2 Achtel, zwei Sechzehntel und eine Halbe. Gezählt ergibt jeder Takt drei Viertel.

Zum Vergleich: der Anfang von Petzolds Menuett

3 4

Eigenes Beispiel mit dem Rhythmus der ersten beiden Takte von Petzolds Menuett G-Dur: Im ersten Takt steht auf der Eins eine glatte Viertel, danach laufen vier Achtel; der zweite Takt hat drei Viertel. Auch hier hat jeder Takt drei Viertel, aber die Punktierung auf dem ersten Schlag fehlt, die die g-Moll-Polonaise zeigt.

Der Rhythmus am Anfang

In der g-Moll-Polonaise des Archivs beginnt der erste Takt mit punktierter Achtel und Sechzehntel auf dem ersten Schlag, danach folgen zwei Viertel. Diese punktierte Figur steht noch einmal am Anfang von Takt 5, wo der zweite Teil beginnt. Das F-Dur-Stück beginnt anders, mit Achteln und Sechzehnteln ohne Punktierung. Daran siehst du, dass nicht jedes Stück, das „Polonaise“ heißt, mit derselben Figur beginnt. Mehr zu Punktierungen findest du auf der Seite punktierte Note.

Polonaise im ArchivTaktVorzeichenBeginn des ersten TaktsAufbau
Polonaise F-Dur, BWV Anh. 117b3/4ein ♭Achtel und Sechzehntel ohne Punktierung, VerzierungszeichenTeil 1 Takt 1–8, Teil 2 Takt 9–16, beide wiederholt; Fermate am Schluss
Polonaise g-Moll, BWV Anh. 1193/4zwei ♭punktierte Achtel und Sechzehntel auf dem ersten SchlagTeil 1 Takt 1–4, Teil 2 Takt 5–16, beide wiederholt; Fermate am Schluss

Polonaisen aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

Polonaise und Menuett

Beide Tänze stehen im Dreivierteltakt, und die Archivstücke beider haben zwei wiederholte Teile. Die Herkunft ist verschieden: Das Menuett ist ein französischer Tanz, die Polonaise ein polnischer. Im Notenbild fällt bei diesen Beispielen der Anfang auf: Petzolds Menuett beginnt mit einer glatten Viertel, die Polonaise g-Moll mit der punktierten Figur. Das Zählen ist gleich, nur der Rhythmus auf dem ersten Schlag ist ein anderer. Für das genaue Zählen hilft die Seite Dreivierteltakt.

Zum Üben: Klatsche den Rhythmus der ersten beiden Takte der g-Moll-Polonaise und zähle laut „1 – 2 – 3“ dazu. Die Sechzehntel nach der punktierten Achtel kommen kurz vor dem zweiten Schlag; sie sollen kurz und genau sein. Spiele danach die beiden Takte langsam.

Häufige Fehler

  • Die punktierte Achtel zu lang oder die Sechzehntel zu früh spielen: Die Sechzehntel gehört kurz vor den zweiten Schlag, nicht darauf.
  • Wiederholungszeichen überlesen: Beide Polonaisen im Archiv haben zwei wiederholte Teile und am Ende eine Fermate.
  • Menuett und Polonaise nach dem Takt allein auseinanderhalten: Beide stehen in 3/4. Entscheidend sind Titel, Rhythmus und Charakter.