Mordent
Schneller Wechsel mit unterer Nebennote.
Was es bedeutet
Der Mordent ist eine kurze Verzierung, bei der der Hauptton einmal rasch mit seiner unteren Nebennote wechselt und sofort zurückkehrt: Hauptton, untere Nebennote, Hauptton. Die Figur wird auf der Zählzeit ausgeführt und nimmt dem Hauptton nur den Anfang seiner Dauer.
Der Name kommt von mordere, „beißen", und beschreibt die Wirkung: ein kurzer, scharfer Einschlag.
Die wichtigste Abgrenzung betrifft den Pralltriller, auch Schneller genannt, der denselben raschen Wechsel mit der oberen Nebennote ausführt. Beide Figuren sind spiegelbildlich zueinander und werden mit ähnlichen Zeichen notiert. Vom Doppelschlag unterscheidet sich der Mordent dadurch, dass nur ein Nachbarton beteiligt ist, vom Triller dadurch, dass der Wechsel nicht wiederholt wird.
Ein Doppelmordent führt den Wechsel zweimal aus.
Im Notenbild
Das Zeichen ist eine kurze Zickzacklinie mit einem senkrechten Strich hindurch, das des Pralltrillers dieselbe Linie ohne Strich. Ein Vorzeichen unter dem Zeichen gibt an, dass die untere Nebennote alteriert ist. Die Zeichen stehen über der Note. In der französischen Tradition heißt die Figur pincé und wird dort mit eigenen Zeichen notiert.
Musikalische Verwendung
Der Mordent gehört zum festen Bestand der Verzierungen im Barock und in der Wiener Klassik. Er betont einzelne Töne, gibt Melodien Schärfe und steht häufig an Anfängen von Motiven und auf betonten Zählzeiten. Auf Cembalo und Orgel erfüllt er zudem eine klangliche Aufgabe, weil er dem Ton mehr Präsenz verschafft.
In der französischen Musik heißt er pincé. Im 19. Jahrhundert wurde das Zeichen oft anders gedeutet. Er beginnt auf der Hauptnote, geht zur unteren Nebennote und kehrt schnell zurück. Das Zeichen ohne Strich bezeichnet dagegen meist den Pralltriller.
Spielpraxis
Achte auf die Vorzeichen: Ein kleines Akzidens am Zeichen verändert die Nebennote. Betone nicht die Nebennote. Prüfe das Zeichen genau — der senkrechte Strich entscheidet über die Richtung. Und lege bei älterer Musik anhand des Vorworts fest, welche Ausführung die Ausgabe empfiehlt.