Sonate
Mehrsätziges Instrumentalwerk.
Was es bedeutet
Die Sonate ist ein mehrsätziges Instrumentalwerk für ein Instrument allein oder für ein Instrument mit Klavier. Die klassische Anlage umfasst drei oder vier Sätze: einen gewichtigen Kopfsatz, meist in Sonatensatzform, einen langsamen Satz, gegebenenfalls ein Menuett oder Scherzo und ein Finale. Vom Sonatensatz, der Form eines einzelnen Satzes, ist die Sonate als Zyklus zu unterscheiden — beide Begriffe werden leicht verwechselt.
Musikalische Verwendung
Als Gattung gehört die Sonate zu den bedeutendsten der Instrumentalmusik seit dem 18. Jahrhundert. Ihr Kern ist die Sonatensatzform: Zwei Themenbereiche werden in verschiedenen Tonarten vorgestellt, in der Durchführung verarbeitet und in der Reprise auf die Grundtonart zurückgeführt. Dieses Verfahren erlaubt weiträumige Entwicklung und ist deshalb auch in Sinfonie, Konzert und Kammermusik das formale Rückgrat. Im 19. und 20. Jahrhundert wird die Anlage vielfach abgewandelt, bis hin zu einsätzigen Werken, die die Sätze ineinanderschieben. Zur Abgrenzung: Die Sonatine ist kürzer und technisch einfacher, aber nach demselben Prinzip gebaut.
Weitere Bezeichnungen
Sonata ist die italienische Form. Sie stammt von sonare, klingen, und bezeichnete ursprünglich ein Instrumentalstück im Gegensatz zur gesungenen cantata.
Spielpraxis
Verschaffe dir einen formalen Überblick über jeden Satz und markiere Exposition, Durchführung und Reprise; ohne diese Orientierung wirkt der Kopfsatz beliebig. Plane die Tempoverhältnisse zwischen den Sätzen und die Pausen dazwischen. Beachte Wiederholungszeichen und entscheide bewusst. Achte in Sonaten mit Klavier auf echte Gleichberechtigung; das Klavier ist kein Begleitinstrument. Übe nicht immer nur den ersten Satz, sondern arbeite den Zyklus als Ganzes.
der Begriff zwei Dinge meint, die leicht verwechselt werden: die Gattung als mehrsätziges Werk und die Sonatensatzform als Bauplan eines einzelnen Satzes. Sag im Zweifel, was gemeint ist, weil sich daraus verschiedene Fragen ergeben. Für die Erarbeitung gilt, jeden Satz formal zu erfassen und die Tonartverhältnisse zu beachten, besonders in der Reprise. Plane die Tempoverhältnisse zwischen den Sätzen. Prüfe, ob eine Ausgabe Fingersätze und Bögen des Herausgebers enthält, und trenne sie vom Text des Komponisten.