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Form

Sonatine

Die Sonatine (italienisch sonatina, Verkleinerungsform von „sonata“) ist eine kleine, leicht spielbare Sonate, oft als Unterrichtsstück. Sie hat meist nur zwei oder drei Sätze, und ihr erster Satz hat keine oder nur eine sehr kurze Durchführung.

Wort
italienisch sonatina, Verkleinerung von „sonata“
Bedeutung
kleinere, leicht spielbare Sonate, oft für den Unterricht
Sätze
meist zwei oder drei
Große Schwester
Sonate

Klein, leicht und lehrreich

Eine Sonatine ist eine kleinere, leicht spielbare Sonate mit verkürzter Durchführung. Das Wort ist die italienische Verkleinerungsform von „sonata“. Solche Stücke dienten als Unterrichtsliteratur für Amateure. Der erste Satz hat meist keine oder nur eine sehr kurze Durchführung, und die Zahl der Sätze beträgt meistens zwei oder drei. Im Notenarchiv siehst du das an den beiden C-Dur-Sonatinen von Clementi und Kuhlau.

Kopfsatz in ¢: ein Anfangsgedanke aus Viertel und Achteln

2 2

Eigenes Beispiel mit dem Rhythmus vom Anfang des ersten Satzes der Sonatine von Clementi (Viertel, zwei Achtel, zwei Viertel); die Töne sind frei gewählt. Der Satz besteht, wie in der Vorlage, aus zwei wiederholten Teilen; die Wiederholungszeichen stehen am Ende jedes Teils.

Schlusssatz in 3/8: lebhaft, mit Sechzehnteln

3 8

Eigenes Beispiel zum Rhythmus vom Anfang des dritten Satzes bei Clementi (zwei Sechzehntel, zwei Achtel; im zweiten Takt eine Viertel und zwei Sechzehntel), mit frei gewählten Tönen. Ein Dreiachteltakt hat drei Achtel; die Eins ist betont.

Was die Archivstücke zeigen

Beide Sonatinen stehen in C-Dur. Clementis Sonatine hat drei Sätze in drei verschiedenen Taktarten. Der erste Satz ist knapp: 38 Takte in zwei wiederholten Teilen, und der Anfangsgedanke kehrt im zweiten Teil in Takt 24 zurück. Kuhlaus Sonatine liegt im Archiv in zwei Dateien: der erste Satz „Allegro“ und der dritte Satz „Rondo“. Das Rondo bringt den Anfangsteil mehrfach zurück, sodass man die Form schon beim Blättern erkennt.

Sonatine im ArchivSätze im ArchivTaktVorzeichenAuffällig im Notenbild
Clementi, C-Dur, op. 36 Nr. 1drei: Spiritoso, Andante, Vivace¢, 3/4, 3/8keine, ein ♭, keineKopfsatz: Teil 1 Takt 1–15, Teil 2 Takt 16–38, beide wiederholt; Anfangsgedanke kehrt in Takt 24 wieder
Kuhlau, C-Dur, op. 20 Nr. 1zwei Dateien: 1. Satz Allegro, 3. Satz RondoC (4/4), 2/4keineRondo mit mehrfacher Wiederkehr des Anfangsteils, am Ende „Fine“

Sonatine mit allen drei Sätzen in einer Datei

Sonatine in zwei Dateien

Sonatine und Sonate

Der Unterschied liegt vor allem in Umfang und Anspruch. Eine Sonate hat meist mehrere Sätze; die Sonatine hat meist zwei oder drei und eine verkürzte Durchführung. Der Titel allein sagt allerdings nicht alles: Mozarts „Sonata facile“ („leichte Sonate“) hat ebenfalls drei Sätze und heißt im Archiv trotzdem Sonate Nr. 16. Auch der Name wird uneinheitlich gebraucht, und nicht jede Sonatine ist leicht. Wie ein Stück gebaut ist, zeigt erst das Notenbild. Mehr dazu auf der Seite Sonate, die Bedeutung der einzelnen Teile erklärt die Seite Satz.

Zum Üben: Zähle bei Clementis erstem Satz die Takte der beiden Teile (15 und 23). Spiele Teil 1 mit Wiederholung, dann Teil 2. Sieh dir an, wo du in Teil 2 den Anfangsgedanken wiederfindest.

Häufige Fehler

  • Sonatine für „einfach“ halten: Auch ein kleines Stück verlangt saubere Artikulation und sicheren Rhythmus; „leicht spielbar“ heißt nicht, dass man es ohne Üben spielt.
  • Die Wiederholungszeichen übersehen: Clementis erster Satz wird in beiden Teilen wiederholt.
  • Den Namen mit der Gattung gleichsetzen: Ob ein Stück Sonatine heißt, steht im Titel des Blattes; die Länge allein entscheidet das nicht.