Rondo
Das Rondo (italienisch, zu „rund“) ist eine Form, in der ein Hauptteil, der Refrain, nach anderen Abschnitten immer wiederkehrt. Oft ist es der Schlusssatz einer Sonate. Im Archiv liegen zwei Rondosätze: von Mozart (Sonata facile) und von Kuhlau (Sonatine C-Dur).
- Wort
- italienisch rondo, zu „rund“ (lateinisch rotundus)
- Aufbau
- Refrain wechselt mit anderen Teilen, etwa A B A C A
- Namen der Teile
- Refrain; Couplets oder Episoden
- Im Notenarchiv
- Mozart, KV 545, 3. Satz; Kuhlau, op. 20 Nr. 1, 3. Satz
Ein Teil kehrt wieder
Ein Rondo ist oft der Schlusssatz einer Sonate oder Sinfonie, in dem das Hauptthema nach mehreren Zwischensätzen als Refrain immer wiederkehrt. Das Wort ist italienisch: „rondo“ heißt „rund“. Die Musik kommt wie auf einem Kreis immer wieder zum Anfang zurück. Der wiederkehrende Teil heißt Refrain und wird mit A bezeichnet; die Teile dazwischen heißen Couplets oder Episoden und bekommen B, C und weitere Buchstaben. Mögliche Abfolgen sind zum Beispiel A B A C A oder A B A C A B A. Es gibt aber keine feste Regel, die Abfolgen sind nur Modelle.
Refrain, anderer Teil, Refrain: A B A im Kleinen
Eigenes Beispiel zum Aufbau: Der Refrain A (Takt 1 und 2) besteht aus Achteln und einer Viertel, der andere Teil B (Takt 3 und 4) aus acht aufsteigenden Sechzehnteln und zwei Vierteln, dann kehrt A unverändert zurück (Takt 5 und 6). Jeder Takt hat 2/4. Die Buchstaben stehen über dem ersten Ton jedes Teils.
Ein Refrain-Rhythmus im Zweivierteltakt
Eigenes Beispiel mit dem Rhythmus vom Anfang des Rondos in Kuhlaus Sonatine: ein Auftakt aus zwei Sechzehnteln, dann in den ersten beiden vollen Takten je eine punktierte Achtel und fünf Sechzehntel. Die Töne sind frei gewählt. Der Auftakt ist kürzer als ein Takt, jeder volle Takt hat zwei Viertel.
Zwei Rondos aus dem Archiv
Das Notenblatt benennt Refrain und Couplets nicht; man erkennt sie an der Wiederkehr. Bei Kuhlau beginnt der Satz mit dem Refrain, danach folgt ein Teil mit Sechzehntelläufen, dann kehrt der Anfang in Takt 36 zurück. Es folgt ein Mittelteil mit anderer Begleitung (ab Takt 52), wieder der Refrain in Takt 84, ein Teil, der wie Takt 17 beginnt, und der Refrain in Takt 119. Danach folgt noch anderes Material, und kurz vor dem Schluss klingt der Refrain in Takt 151 noch einmal an. So zeigt dieses Blatt eine Abfolge, die dem Muster A B A C A B A entspricht, mit einem kurzen Nachklang des Refrains am Ende. Bei Mozart steht der Anfang mit demselben Auftakt dreimal da (Takt 1, 21 und 53); vor der letzten Wiederkehr steht in Takt 52 eine Pause mit Fermate.
| Rondo im Archiv | Takt und Angaben | Refrain beginnt in Takt | Was dazwischen steht | Schluss |
|---|---|---|---|---|
| Mozart, Sonata facile (KV 545), 3. Satz | 2/4, „Rondo – Allegretto grazioso“, p | 1, 21 und 53 | Der Anfangsteil hat nach Takt 8 ein Wiederholungszeichen; Sechzehntelfiguren in beiden Händen schon ab Takt 9, längere ab Takt 37; Fermate in Takt 52 | Takt 73 |
| Kuhlau, Sonatine C-Dur (op. 20 Nr. 1), 3. Satz | 2/4, „Rondo.“ und „Allegro“, p | 1, 36, 84 und 119; kurz noch einmal in 151 | Sechzehntelläufe ab Takt 17; ab Takt 52 anderes Begleitmuster, dort „rallent.“ und „a tempo“; ab Takt 100 beginnt wieder wie Takt 17 | „Fine“ am Ende der vierten Seite |
Zwei Rondosätze
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Sonata facile, 3. Satz: Rondo Wolfgang Amadeus Mozart, Sonate Nr. 16 C-Dur, KV 545 · Klavier · 3 Seiten
Links steht „Rondo – Allegretto grazioso“, Taktangabe 2/4, keine Vorzeichen. Das Stück beginnt mit einem Auftakt aus zwei Achtelakkorden mit p und Fingersatzziffern. Dieselbe Wendung steht mit gleichem Auftakt am Ende von Takt 20 und, nach der Fermate in Takt 52, wieder vor Takt 53. Der letzte Takt ist Takt 73.
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Sonatine C-Dur, 3. Satz: Rondo Friedrich Kuhlau, aus: Drei Sonatinen, Nr. 1, op. 20 Nr. 1 · Klavier · 4 Seiten
Am Systemanfang steht „Rondo.“, links „Allegro“, Taktangabe 2/4, keine Vorzeichen, p und ein Auftakt aus zwei Sechzehnteln. Der Anfangsteil kehrt in den Takten 36, 84 und 119 wieder, jedes Mal mit p; kurz vor dem Schluss steht in Takt 151 sein Anfang noch einmal, mit p und „dolce“. Auf der vierten Seite steht am Ende „Fine“.
Häufige Fehler
- Jede Wiederkehr für ein Wiederholungszeichen halten: Beim Wiederholungszeichen steht das Zeichen im Notentext; im Rondo steht der Refrain ausgeschrieben immer wieder da.
- Den Refrain bei der Wiederkehr schneller oder lauter spielen: Kuhlau notiert bei jeder Wiederkehr in den Takten 36, 84 und 119 wieder p; Mozart beginnt ebenfalls jedes Mal mit p.
- Das Couplet wie den Refrain spielen: Die Teile dazwischen haben anderes Material, bei Kuhlau etwa Sechzehntelläufe; sie dürfen sich im Klang abheben.
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Verwandte Begriffe
CoupletEpisodeSonateSonatineSatzSinfonieMenuettDa capoFineWiederholungszeichenZweivierteltaktKehrreim
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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