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Form

Umkehrung

Akkord- oder Intervallumkehrung.

Was es bedeutet

„Umkehrung" ist ein Sammelbegriff für drei verschiedene Verfahren, die in der Musiklehre denselben Namen tragen. Sie haben gemeinsam, dass etwas Bestehendes in veränderter Anordnung erscheint, betreffen aber jeweils anderes: einen Akkord, ein Intervall oder eine Melodie. Die Einträge Akkordumkehrung und Intervallumkehrung behandeln die ersten beiden ausführlich.

Musikalische Verwendung

Bei der Akkordumkehrung liegt nicht der Grundton, sondern ein anderer Akkordton im Bass. Der Akkord bleibt derselbe und behält seinen Namen; es ändert sich nur, welcher Ton unten liegt. Aus dem Dreiklang in Grundstellung werden so Sextakkord und Quartsextakkord, aus dem Septakkord Quintsextakkord, Terzquartakkord und Sekundakkord.

Bei der Intervallumkehrung wird der untere Ton eines Intervalls eine Oktave höher gelegt. Das Intervall wechselt dabei seine Bezeichnung: Die Zahlen beider ergeben zusammen neun, groß wird klein, übermäßig wird vermindert, rein bleibt rein.

Bei der melodischen Umkehrung wird eine Tonfolge gespiegelt: Jeder Schritt aufwärts wird zum gleich großen Schritt abwärts. Diese Umformung gehört zu den Verfahren des Kontrapunkts und der motivischen Arbeit. In der Fuge kann das Thema in Umkehrung erscheinen; die Gegenfuge macht das zum Prinzip der Antwort, die Spiegelfuge spiegelt den ganzen Satz. Zusammen mit dem Krebs ergibt die Umkehrung die Krebsumkehrung.

Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang: Ist von einem Akkord die Rede, von einem Zweiklang oder von einer Linie?

Die dritte Bedeutung betrifft die melodische Umkehrung, bei der alle Intervalle einer Linie in Gegenrichtung laufen: Was aufsteigt, fällt, was fällt, steigt. Sie wird in der Fuge, im Kanon und in der Zwölftontechnik genutzt und dient dort als Mittel der Verarbeitung, das Verwandtschaft und Kontrast zugleich schafft. ## Spielpraxis

Kläre beim Lesen theoretischer Texte zuerst, welche der drei Bedeutungen gemeint ist. Übe Akkorde in allen Umkehrungen und höre, wie sich ihr Gewicht verändert. Und suche in kontrapunktischer Musik nach umgekehrten Themeneinsätzen; sie sind oft schwerer zu hören als zu sehen.