Zum Inhalt springen
Akkord

Sextakkord

Erste Umkehrung: die Terz liegt im Bass. Klingt leichter und schwebender als die Grundstellung.

Was es bedeutet

Der Sextakkord ist die erste Umkehrung eines Dreiklangs: Die Terz liegt im Bass, darüber stehen Quinte und Grundton im Abstand einer Terz und einer Sexte zum Bass. Die kennzeichnende Sexte gibt ihm den Namen; in der Generalbassbezifferung wird er mit 6 bezeichnet.

Musikalische Verwendung

Klanglich wirkt der Sextakkord leichter und weniger festgelegt als die Grundstellung. Er ruht nicht, sondern drängt weiter, und eignet sich deshalb kaum als Schlussklang, wohl aber für den Verlauf eines Satzes. Seine wichtigste Aufgabe ist die Bassführung: Mit Sextakkorden lässt sich ein Bass schrittweise führen, wo Grundstellungen ihn springen ließen, und die Klänge verbinden sich geschmeidiger.

Im vierstimmigen Satz gilt die Regel, die Terz im Bass nicht zu verdoppeln, weil sie sonst übermäßig hervortritt — besonders wenn sie Leitton ist. Verdoppelt wird stattdessen Grundton oder Quinte.

Historisch hat der Sextakkord eine besondere Stellung. Im Faux-Bourdon des 15. Jahrhunderts beruht der ganze Satz auf Ketten paralleler Sextakkorde. Und mehrere feste harmonische Bildungen tragen seinen Namen, obwohl sie Sonderfälle sind: Der neapolitanische Sextakkord ist ein Durdreiklang auf der erniedrigten zweiten Stufe in erster Umkehrung, der übermäßige Sextakkord eine alterierte Bildung mit übermäßiger Sexte über dem Bass.

Häufig ist er in Sextakkordketten, etwa im Fauxbourdon, wo parallel geführte Sextakkorde einen weichen Klang ergeben. In der Funktionstheorie steht die Terz im Bass als kleine 3 unter dem Symbol. Im vierstimmigen Satz verdoppelt man meist nicht die Terz, besonders bei Dur-Sextakkorden, sondern Grundton oder Quinte. Der Sextakkord ist die häufigste Umkehrung, weil er den Bass beweglich macht, ohne die Stabilität stark zu mindern. ## Spielpraxis

Gib einem Sextakkord weniger Gewicht als einer Grundstellung — er führt weiter und soll nicht schwer werden. Achte auf die Basslinie, die durch Sextakkorde entsteht, und phrasiere sie als Linie. Und vermeide beim eigenen Setzen die Verdopplung des Basstons, besonders wenn er Leitton ist.