Quartsextakkord
Der Quartsextakkord ist die zweite Umkehrung eines Dreiklangs: Die Quinte liegt im Bass. Über dem Bass stehen eine Quarte und eine Sexte, daher der Name. Wegen der Quarte gilt er als klärungsbedürftig und steht nur in bestimmten Wendungen.
- Bauart
- zweite Umkehrung eines Dreiklangs
- Im Bass
- die Quinte
- Über dem Bass
- Quarte und Sexte
- Generalbass
- 6/4
- Slash-Schreibweise
- C/G für C-Dur mit g im Bass
Die zweite Umkehrung
Ein Dreiklang hat drei Töne. Liegt der Grundton unten, steht er in Grundstellung; liegt die Terz unten, ist er ein Sextakkord. Liegt die Quinte unten, entsteht der Quartsextakkord. In C-Dur sind das die Töne g, c und e mit g im Bass. Über g liegen dann c als Quarte und e als Sexte. Die Generalbassziffer dafür ist 6/4.
Kadenzquartsextakkord: Oberstimmen im Violinschlüssel
Der zweite Akkord ist der Quartsextakkord über g im Bass, danach folgt die Dominante. Die Oberstimmen sind c–e–g, derselbe Dreiklang wie in der Tonika. Erst der Bass macht ihn zum Quartsextakkord. In der Dominante lösen sich die Töne auf: c fällt zu h (die Quarte zur Terz), e fällt zu d (die Sexte zur Quinte), und das g liegt weiter.
Der Bass dazu: Bassschlüssel
Der Bass bleibt für Quartsextakkord und Dominante auf g liegen. So entsteht die Spannung, die sich im Schlussakkord löst.
Durchgangs- und Wechselquartsextakkord
Links der Durchgangsquartsextakkord: Der Bass geht e–d–c, und der Akkord über d (mit g und h darüber) liegt dazwischen. Rechts der Wechselquartsextakkord: Der Bass c bleibt liegen, die Oberstimmen weichen kurz zu f–a–c aus und kehren zurück.
Im Glossar: Sextakkord · Akkordumkehrung · Vorhalt
Warum er klärungsbedürftig ist
Die Quarte über dem Bass gilt im strengen Satz als Dissonanz. Der Quartsextakkord steht deshalb nicht frei, sondern verlangt eine bestimmte Umgebung und eine Fortsetzung. Drei Verwendungen sind üblich:
- Kadenzquartsextakkord: die wichtigste Form. Er erscheint auf betontem Taktteil vor der Dominante, und seine Oberstimmen lösen sich schrittweise abwärts auf, die Sexte in die Quinte, die Quarte in die Terz, während der Bass liegen bleibt. Funktionstheoretisch ist er deshalb keine Tonika, sondern die Dominante mit doppeltem Vorhalt (D mit 6/4 und 5/3).
- Durchgangsquartsextakkord: Der Bass geht stufenweise zwischen zwei Stellungen desselben Klangs, und der Quartsextakkord liegt auf leichtem Taktteil dazwischen.
- Wechselquartsextakkord: Über liegendem Bass weichen die Oberstimmen kurz aus und kehren zurück.
In allen drei Fällen wird im vierstimmigen Satz üblicherweise der Bass verdoppelt, wie im Hörbeispiel.
Im Solokonzert
Im Solokonzert der Klassik steht der Kadenzquartsextakkord häufig am Ende des Orchestertutti, oft mit Fermate. Danach spielt der Solist die Kadenz, die diesen Klang verlängert. Anschließend setzt das Orchester mit der Tonika wieder ein. Der Quartsextakkord ist hier also das Zeichen, dass es gleich weitergeht.
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Verwandte Begriffe
SextakkordAkkordumkehrungVorhaltKadenzDominanteGeneralbassFunktionstheorieGrundstellungTerzquartakkord
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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