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Harmonik

Vorhalt

Ein Vorhalt ist ein Ton, der schon da ist, bevor der Akkordton erklingt, zu dem er gehört. Er steht auf betonter Zeit, bildet mit dem Akkord eine Spannung und löst sich danach meist um eine Stufe abwärts in den eigentlichen Akkordton auf.

Typ
akkordfremder Ton, verzögert den Akkordton
Meist auf
betonter Zählzeit
Auflösung
stufenweise, meist abwärts
Gegenstück
Durchgangsnote

Spannung im Kleinen

Die Seite Kadenzen beschreibt den Grundbogen der Harmonik: Die Dominante baut Spannung auf, die Tonika löst sie. Der Vorhalt wendet dasselbe Prinzip auf einen einzelnen Ton an. Er verzögert den erwarteten Akkordton und macht dadurch die Auflösung hörbar.

Vorhalt f über C-Dur: f löst sich nach e

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Im ersten Takt ist das f Akkordton, zum Beispiel über F-Dur. Im zweiten Takt wechselt der Akkord nach C-Dur (c–e–g), das f bleibt aber auf der betonten ersten Zählzeit liegen, statt dem Akkordton e Platz zu machen. Erst auf der dritten Zählzeit erreicht die Melodie das e. Das zweite f ist der markierte Vorhalt.

C mit fVorhaltCAuflösung

Im ersten Akkord reibt das f am g; erst im zweiten sind alle Töne Akkordtöne, wie ein Aufstauen und Lösen.

Vorhalt oder Durchgang?

Beide sind akkordfremde Töne, aber sie klingen verschieden, weil sie auf verschiedenen Zählzeiten stehen.

DurchgangsnoteVorhalt
Zählzeitunbetontbetont
Vorbereitungkeine nötigder Ton liegt oft schon im Akkord davor
Auflösungläuft weiter durchlöst sich um eine Stufe, meist abwärts
Wirkungfließendgespannt, dann entspannt

Betonte und unbetonte Zählzeiten erklärt die Seite Rhythmus.

Wie ein Vorhalt wirkt

Der Artikel Der Leitton beschreibt, wie ein einziger Halbton in einen Zielton zieht. Beim Vorhalt ist es genauso: Der Ton ist nicht falsch, er will nur weiter. Wer ihn spielt, sollte ihn nicht zu schnell verlassen, damit die Spannung hörbar wird.

Selbst ausprobieren: Spiele erst nur den C-Dur-Akkord und dann den Akkord mit f statt e. Singe das f dazu und führe es langsam nach e. Du hörst, wie sich die Spannung auflöst.