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Theorie

Durchgangsnote

Melodische Verbindungsnote zwischen Akkordtönen.

Was es bedeutet

Eine Durchgangsnote ist ein akkordfremder Ton, der zwei Akkordtöne in Sekundschritten verbindet. Sie wird schrittweise erreicht und in derselben Richtung schrittweise verlassen — das ist ihr Kennzeichen. Sie gehört damit zu den Tönen, die den Zusammenklang vorübergehend trüben, ohne die Harmonie zu verändern: Der Akkord bleibt, was er ist, und der Durchgang ist nur unterwegs.

Im Notenbild

Zu erkennen ist sie an drei aufeinanderfolgenden Tönen in gleicher Richtung, von denen der mittlere nicht zum Akkord gehört. Üblicherweise steht sie auf einem leichten Taktteil; steht ein solcher Ton auf einem betonten Teil, spricht man vom betonten Durchgang, der schärfer wirkt und dem Vorhalt nahekommt. Chromatische Durchgänge füllen einen Ganztonschritt mit einem Halbton auf und tragen entsprechende Versetzungszeichen.

Musikalische Verwendung

Durchgänge sind das einfachste Mittel, aus einem Akkordgerüst eine Melodie zu machen. Ohne sie bestünde eine Stimme nur aus Sprüngen zwischen Akkordtönen; mit ihnen entsteht eine singbare Linie. In der Satzlehre gehören sie zu den ersten Figuren, die über den Note-gegen-Note-Satz hinausführen, und im Generalbass werden sie nicht beziffert, weil sie die Harmonie nicht betreffen.

Abzugrenzen sind sie von zwei verwandten Bildungen. Die Wechselnote wird ebenfalls schrittweise erreicht, kehrt aber zum Ausgangston zurück, statt weiterzugehen. Der Vorhalt wird nicht schrittweise erreicht, sondern liegen gelassen oder angesprungen, steht auf betontem Taktteil und löst sich schrittweise auf; er ist Teil der Harmonie, während der Durchgang außerhalb bleibt. Auch die Échappé ist zu unterscheiden: Sie verlässt den Hauptton schrittweise und springt dann weiter, kehrt also nicht zurück.

Weitere Bezeichnungen

Transitus ist die lateinische Bezeichnung aus der Kontrapunkt- und Figurenlehre des 17. und 18. Jahrhunderts. Unterschieden wurde dort der transitus regularis auf unbetonter Zählzeit vom transitus irregularis, bei dem die dissonante Durchgangsnote auf betonte Zeit fällt.

Spielpraxis

Spiele Durchgangsnoten leicht und ohne Betonung — sie sind Verbindung, nicht Ziel. Bestimme beim Erarbeiten eines Stückes zuerst die Akkordtöne einer Linie und behandle alles Übrige als Bewegung dazwischen; das klärt die Phrasierung. Bei betonten Durchgängen gilt das Umgekehrte: Sie dürfen ihre Reibung zeigen und lösen sich hörbar auf.