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Tonleiter

Pentatonische Tonleiter

Die pentatonische Tonleiter besteht aus fünf Tönen pro Oktave und kommt ohne Halbtonschritte aus. Man erhält sie, wenn man aus der Dur-Tonleiter die vierte und siebte Stufe weglässt. Sie ist eine der verbreitetsten Tonleitern der Welt, und mit ihr kann man kaum hörbar danebengreifen.

Töne
fünf pro Oktave
In C-Dur
c, d, e, g, a
Weggelassen
4. und 7. Stufe (f, h)
Halbtonschritte
keine
Moll-Pentatonik
dieselben Töne ab a: a, c, d, e, g

Zwei Töne weglassen

Die Dur-Tonleiter hat zwei Halbtonschritte: zwischen der dritten und vierten sowie zwischen der siebten und achten Stufe. Genau diese können beim freien Spielen danebengehen, weil ein Halbton neben einem Akkordton als Reibung sofort hörbar ist. Lässt man die vierte und siebte Stufe weg, bleiben in C-Dur c, d, e, g und a. Jeder dieser Töne passt zum C-Dur-Akkord, ohne einen Halbton an einem seiner Töne zu reiben, und die Reihenfolge ist frei. Gegen andere Akkorde kann ein Ton reiben, etwa e gegen f im F-Dur-Akkord.

Dur-Pentatonik in C

c d e g a c

Zwischen keinen zwei benachbarten Tönen liegt ein Halbton. Jeder Ton passt zum C-Dur-Akkord, ohne einen Halbton an einem seiner Töne zu reiben.

Moll-Pentatonik in a

a c d e g a

Dieselben fünf Töne, nur der Bezugspunkt hat sich verschoben: wie zwischen C-Dur und a-Moll.

Die schwarzen Tasten des Klaviers ergeben zusammen eine Pentatonik. Die Pentatonik liegt schottischen Volksliedern, chinesischer Musik, westafrikanischen Melodien und amerikanischem Blues zugrunde. Fügt man der Moll-Pentatonik einen einzigen Ton hinzu, die verminderte Quinte, in a-Moll das es, erhält man die Blues-Tonleiter. Dieser Zusatzton heißt Blue Note.

Woher die fünf Töne kommen

Stapelt man von c aus vier reine Quinten (c, g, d, a, e) und legt die Töne in eine Oktave zusammen, erhält man c, d, e, g, a. Die Pentatonik entsteht also aus demselben Intervall wie der Quintenzirkel, nur wird der Stapel nach fünf Tönen abgebrochen. Das ist eine mögliche Erklärung dafür, warum dieselbe Tonleiter in Kulturen auftaucht, die nie Kontakt hatten. Die beiden Töne, die in der Dur-Tonleiter hinzukommen, f und h, entstehen, wenn man den Quintstapel in beide Richtungen fortsetzt, und mit ihnen kommen die Halbtonschritte.

Pentatonik in der Praxis

Auf der Gitarre hat die Moll-Pentatonik ein über das Griffbrett verschiebbares Muster mit zwei Tönen pro Saite. Sie ist die Grundlage vieler Rock- und Blues-Soli. Beim Orff-Instrumentarium werden f und h schlicht herausgenommen, übrig bleibt ein Instrument, auf dem nichts falsch klingen kann. Als gemeinfreies Notenbeispiel nennt der Artikel „Auld Lang Syne“.

Zum Üben: Spiele über zwei Akkorde, etwa C und F, zuerst nur den Ton c in verschiedenen Rhythmen, dann zwei, dann drei Töne. Phrasen brauchen Enden: Lass nach etwa zwei Takten eine Pause von einem halben Takt. Wähle vor jeder Phrase einen Zielton. Im Tonleiter-Hörtraining hörst du Pentatonik von Dur und Moll zu unterscheiden.

Häufige Fehler

  • Dauerschleife: Das Muster lässt sich beliebig lange auf- und abspielen, ohne dass etwas schiefgeht, und das wird zur Falle. Beschränkung erzeugt Form.
  • Dur- und Moll-Pentatonik für verschiedene Tonleitern halten: Es sind dieselben fünf Töne mit anderem Bezugspunkt.
  • Die Blue Note aushalten: Sie wird meist durchschritten oder gebogen.