Poco
\"Ein wenig\".
Was es bedeutet
Poco heißt „wenig, ein wenig" und schwächt das Wort ab, zu dem es tritt. Poco più mosso verlangt eine kleine Beschleunigung, poco ritardando eine leichte Verzögerung, poco forte eine Lautstärke knapp unter forte. Das Wort steht nie allein.
Das Gegenstück ist molto oder assai, „sehr". Zwischen ihnen und dem unverstärkten Grundwort ergibt sich eine einfache Skala: poco – ohne Zusatz – molto.
Zu unterscheiden ist poco von der Wendung poco a poco, „nach und nach", die nicht das Maß, sondern den Verlauf einer Veränderung bezeichnet. Un poco ist gleichbedeutend mit poco und wird häufig verwendet, wenn das Wort vor einem anderen Zusatz steht.
Im Notenbild
Das Wort steht kursiv zusammen mit dem Grundwort, über dem System bei Tempo- und Vortragsangaben, unter dem System bei dynamischen Angaben. Es erscheint besonders häufig bei Tempoänderungen, weil kleine Veränderungen dort oft gemeint und schwer zu notieren sind.
Musikalische Verwendung
Abschwächende Zusätze erlauben feine Abstufungen, ohne neue Begriffe einzuführen. In der Musik des 19. Jahrhunderts, in der Tempo und Ausdruck zunehmend beweglich gestaltet werden, ist poco besonders häufig: Viele Tempoänderungen sind ausdrücklich als geringfügig gekennzeichnet, damit der Zusammenhang gewahrt bleibt.
Die Steigerungsform pochissimo bedeutet sehr wenig. Un poco hat dieselbe Bedeutung. Poco più mosso heißt etwas bewegter, poco meno mosso etwas ruhiger. Die Verdoppelung poco a poco meint dagegen allmählich. poco ist nicht zu übersehen: Es verlangt eine deutl
Spielpraxis
Nimm den Zusatz ernst: Eine kleine Veränderung soll klein bleiben. Die häufigste Übertreibung ist ein poco ritardando, das wie ein volles ritardando klingt. Vergleiche das Maß mit dem, was ohne Zusatz gemeint wäre, und nimm deutlich weniger. Und achte darauf, dass die Veränderung trotzdem hörbar ist — wenig heißt nicht gar nicht.