Poco a poco
Poco a poco (italienisch „nach und nach“) heißt „allmählich“. Es steht meist als Zusatz zu einer anderen Angabe und sagt, dass sich diese, etwa ein Crescendo, nach und nach über mehrere Takte vollzieht.
- Bedeutung
- nach und nach, allmählich
- Sprache
- Italienisch, „poco“ = wenig
- Steht hinter oder vor
- cresc. (in den Beispielen unten)
- Verwandt
- Crescendo
- Verwandt
- Diminuendo
Nach und nach
„Poco a poco“ besteht aus „poco“ („wenig“, von lateinisch „paucus“) und der Präposition „a“. Zusammen heißt es „nach und nach, allmählich“; englisch heißt es „little by little“, italienisch gibt es die gleichbedeutende Form „a poco a poco“, „gradatamente“. Für sich genommen sagt die Wendung nichts über Lautstärke oder Tempo, sie bestimmt nur das Wie der Veränderung.
Cresc. poco a poco über drei Takte
Die Gabel erstreckt sich über zwölf Noten, also drei Takte, vom pp am ersten Ton bis zum f am Schlusston.
Umgekehrte Reihenfolge: poco a poco cresc.
Dieselbe Angabe, andere Wortfolge: Beide Schreibweisen kommen in den Stücken unten vor. Die Gabel läuft über neun Noten, drei Takte im 3/4-Takt, bis zum f am Schlusston.
Poco a poco im Notenbild
In den drei Stücken aus dem Archiv steht die Wendung bei „cresc.“, davor oder dahinter.
Gesang und Klavier
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Après un rêve Gabriel Fauré · Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre · 2 Seiten
Auf Seite 2 steht über Takt 27 in der Singstimme „cresc. poco a poco“ (kursiv), 3/4-Takt, drei ♭. In Takt 31 steht in der Singstimme f.
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Les matelots Gabriel Fauré, op. 2 Nr. 2 · Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre · 3 Seiten
Auf Seite 1 steht in Takt 11 „poco a poco cresc.“ (kursiv) über der Singstimme und zugleich über der rechten Hand des Klaviers, 3/4-Takt, drei ♭. In Takt 16 steht f.
Orchester
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Sinfonie Nr. 7 A-Dur, 2. Satz: Allegretto Ludwig van Beethoven, op. 92 · Partitur · 54 Seiten
Auf Seite 8 steht in Takt 51 in den fünf untersten Systemen, den Streichern, „cresc. poco a poco“ (kursiv). Die erste Violine hat dazu „ten.“ und p. 2/4-Takt, ohne Vorzeichen. Die übrigen Systeme pausieren an dieser Stelle.
Bei Fauré steht sie in „Après un rêve“ hinter, in „Les matelots“ vor dem „cresc.“. Das Ziel ist nicht angegeben, aber in beiden Liedern steht wenige Takte später ein f. Bei Beethoven steht die Angabe in allen fünf Streicherstimmen gleichzeitig.
Poco a poco und crescendo
Ein einfaches „cresc.“ verlangt, lauter zu werden. „Poco a poco“ fügt hinzu, dass dies allmählich und über längere Zeit geschieht: Wer zu früh viel Lautstärke verbraucht, hat am Ziel keine Steigerung mehr übrig.
Häufige Fehler
- Zu früh laut werden: Dann ist die Steigerung schon vor dem Ziel verbraucht.
- Stufenweise statt allmählich: Poco a poco heißt „nach und nach“, nicht Sprünge von Takt zu Takt.
- Die Wendung als eigene Lautstärke lesen: Sie nennt keine Dynamik, sondern die Art der Veränderung.
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Verwandte Begriffe
CrescendoDiminuendoDecrescendoGabelDynamikPianoFortePoco
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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