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Vortrag

Poco a poco

Poco a poco (italienisch „nach und nach“) heißt „allmählich“. Es steht meist als Zusatz zu einer anderen Angabe und sagt, dass sich diese, etwa ein Crescendo, nach und nach über mehrere Takte vollzieht.

Bedeutung
nach und nach, allmählich
Sprache
Italienisch, „poco“ = wenig
Steht hinter oder vor
cresc. (in den Beispielen unten)
Verwandt
Crescendo
Verwandt
Diminuendo

Nach und nach

„Poco a poco“ besteht aus „poco“ („wenig“, von lateinisch „paucus“) und der Präposition „a“. Zusammen heißt es „nach und nach, allmählich“; englisch heißt es „little by little“, italienisch gibt es die gleichbedeutende Form „a poco a poco“, „gradatamente“. Für sich genommen sagt die Wendung nichts über Lautstärke oder Tempo, sie bestimmt nur das Wie der Veränderung.

Cresc. poco a poco über drei Takte

4 4 pp f cresc. poco a poco

Die Gabel erstreckt sich über zwölf Noten, also drei Takte, vom pp am ersten Ton bis zum f am Schlusston.

Umgekehrte Reihenfolge: poco a poco cresc.

3 4 p f poco a poco cresc.

Dieselbe Angabe, andere Wortfolge: Beide Schreibweisen kommen in den Stücken unten vor. Die Gabel läuft über neun Noten, drei Takte im 3/4-Takt, bis zum f am Schlusston.

Poco a poco im Notenbild

In den drei Stücken aus dem Archiv steht die Wendung bei „cresc.“, davor oder dahinter.

Gesang und Klavier

Orchester

Bei Fauré steht sie in „Après un rêve“ hinter, in „Les matelots“ vor dem „cresc.“. Das Ziel ist nicht angegeben, aber in beiden Liedern steht wenige Takte später ein f. Bei Beethoven steht die Angabe in allen fünf Streicherstimmen gleichzeitig.

Poco a poco und crescendo

Ein einfaches „cresc.“ verlangt, lauter zu werden. „Poco a poco“ fügt hinzu, dass dies allmählich und über längere Zeit geschieht: Wer zu früh viel Lautstärke verbraucht, hat am Ziel keine Steigerung mehr übrig.

Zum Üben: Spiele vier Takte mit „cresc. poco a poco“ vom p zum f. Teile die Strecke gedanklich in kleine Stufen: Nach dem ersten Takt darf es nur wenig lauter sein, erst der letzte Takt erreicht das f. Nimm zum Vergleich dieselben vier Takte mit raschem Crescendo auf und höre den Unterschied.

Häufige Fehler

  • Zu früh laut werden: Dann ist die Steigerung schon vor dem Ziel verbraucht.
  • Stufenweise statt allmählich: Poco a poco heißt „nach und nach“, nicht Sprünge von Takt zu Takt.
  • Die Wendung als eigene Lautstärke lesen: Sie nennt keine Dynamik, sondern die Art der Veränderung.