Decrescendo
Leiser werdend, Symbol >.
Was es bedeutet
Decrescendo heißt „abnehmend" und verlangt eine allmähliche Verringerung der Lautstärke. Abgekürzt steht decresc. Wie beim crescendo handelt es sich um einen Vorgang, nicht um eine Stufe; ein Zielwert wird in der Regel nicht genannt, sondern ergibt sich aus der folgenden Dynamikangabe.
Gleichbedeutend wird diminuendo (dim.) verwendet. Zwischen beiden Wörtern besteht kein verbindlicher Unterschied; welche Form eine Ausgabe wählt, ist meist eine Frage der Gewohnheit des Komponisten oder Verlags.
Zu unterscheiden ist das decrescendo von den Wörtern, die zugleich das Tempo zurücknehmen — calando, morendo, smorzando — und von einem plötzlichen Wechsel wie subito piano.
Im Notenbild
Gebräuchlich sind zwei Schreibweisen: das Wort oder die Abkürzung, meist mit gestrichelter Fortsetzungslinie, und die keilförmige Gabel, die sich von links nach rechts schließt. Die Gabel steht unter dem System, bei Vokalstimmen über dem Text. Eine sich öffnende und anschließend schließende Gabel über einem langen Ton verlangt ein An- und Abschwellen. Das Ende wird durch eine neue Dynamikangabe markiert.
Musikalische Verwendung
Das allmähliche Zurücknehmen schließt Phrasen ab, führt aus Höhepunkten heraus und bereitet ruhige Abschnitte vor. Häufig folgt es unmittelbar auf ein crescendo und bildet mit diesem einen dynamischen Bogen, der die Phrase formt — ein Grundmuster musikalischer Gestaltung, das oft gar nicht eigens notiert wird, sondern aus dem Melodieverlauf folgt. In der Barockmusik mit ihrer Terrassendynamik ist die notierte Abstufung dagegen selten.
Weitere Bezeichnungen
Diminuendo wird meist gleichbedeutend gebraucht und ebenfalls mit einer sich schließenden Gabel oder mit „dim.“ notiert. Manche Interpreten verbinden mit diminuendo zusätzlich ein Nachlassen der Spannung oder des Tempos; eine verbindliche Unterscheidung gibt es aber nicht.
Spielpraxis
Verteile die Abnahme gleichmäßig und halte bis zum Ende Reserve, damit der letzte Ton noch leiser sein kann als der vorletzte. Achte darauf, dass mit der Lautstärke nicht das Tempo nachlässt. Halte die Klangqualität im Leisen: Der Ton soll dünner werden, nicht tonlos. Und prüfe im Ensemble, ob alle im selben Verhältnis zurücknehmen — sonst verschiebt sich das Klangbild.