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Tempo

Largo

Sehr breit, langsam.

Was es bedeutet

Largo heißt im Italienischen „breit, weit" und bezeichnet ein sehr langsames Tempo. Das Wort sagt dabei mehr über den Raum als über die Geschwindigkeit: Gemeint ist eine Musik, in der jeder Ton Platz hat und die Phrasen weit gespannt sind. Als Richtwert werden häufig etwa 40 bis 60 Schläge pro Minute genannt; die Angaben schwanken je nach Ausgabe und Epoche erheblich.

Im Gefüge der langsamen Tempowörter gilt Largo als eines der langsamsten. Gegenüber Adagio ist es breiter und gewichtiger, gegenüber Lento stärker auf Weite hin angelegt, gegenüber Grave weniger auf Schwere und Ernst festgelegt. Larghetto ist die abgeschwächte, Larghissimo die gesteigerte Form. Wie bei allen Tempowörtern ist ein Charakter mitgemeint: feierlich, ruhig, oft gesanglich.

Im Notenbild

Die Angabe steht über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts und wird in der Regel zum Namen des Satzes. Zusätze wie e sostenuto, maestoso oder cantabile präzisieren den Charakter. Typisch für so überschriebene Sätze sind lange Notenwerte in der Melodie und kleine Werte in der Begleitung, die den Raum zwischen den Zählzeiten füllen.

Musikalische Verwendung

Largo überschreibt langsame Sätze in Sonate, Konzert und Sinfonie, besonders im Barock und in der Wiener Klassik, und steht dort häufig für den ausdrucksvollsten Teil des Werks. Auch als Einleitung vor einem schnellen Satz und in Vokalmusik mit feierlichem Text ist es verbreitet. In der Orchestermusik dient es oft dazu, eine breite Melodie über einem ruhig schreitenden Bass zu entfalten.

Spielpraxis

Zähle in Unterteilungen, sonst verlierst du den Puls zwischen den Schlägen; die kleinen Werte der Begleitung sind dabei dein Maß. Plane Atem und Bogeneinteilung vorher, denn in langsamen Tempi reichen beide schneller nicht aus als erwartet. Lass die Töne über ihre volle Dauer klingen und verbinde sie zu langen Linien. Und halte das Tempo stabil: Breite entsteht aus dem gleichmäßigen Puls, nicht aus zusätzlichem Verzögern.