Adagio
Adagio ist eine italienische Tempobezeichnung für ruhig und langsam. Die Seite Werkzeuge nennt dafür 66 bis 76 Schläge pro Minute. Auf der Tempo-Seite steht es zwischen Largo und Andante.
Ruhig, nicht zögerlich
Auf der Seite Tempo steht Adagio als „ruhig, langsam“, auf der Seite Werkzeuge als „gemächlich, langsam“ mit 66 bis 76 Schlägen pro Minute. Das Wort beschreibt also einen Charakter und eine Geschwindigkeit zugleich. Die Seite Tempo weist darauf hin, dass diese italienischen Wörter dehnbar sind und dem Ausführenden Spielraum lassen.
| Bezeichnung | Bedeutung | BPM |
|---|---|---|
| Largo | breit, sehr langsam | 40–60 |
| Adagio | gemächlich, langsam | 66–76 |
| Andante | im Schritttempo | 76–108 |
| Moderato | mäßig | 108–120 |
| Allegro | lebhaft, schnell | 120–156 |
| Vivace | lebendig | 156–176 |
| Presto | sehr schnell | 168–200 |
| Prestissimo | so schnell wie möglich | 200+ |
Tempo greift laut der Seite Tempo unmittelbar in das Körpergefühl ein, weil wir es mit Herzschlag, Atem und Bewegung verbinden. Langsame Tempi wirken ruhig, getragen, oft feierlich oder schwer. Schon die Wahl des Tempos kann deshalb den Charakter eines Stücks entscheiden.
Adagio im Notenbild
Im Notenarchiv von Maikstrings steht „Adagio“ in drei Blättern. Das zeigt die Spannbreite der Bezeichnung: einmal als schlichtes „Adagio“, einmal mit Zusatz („sostenuto“, ausgehalten) und einmal gesteigert als „Molto Adagio“.
Gitarre
-
Gitarrenschule, Stück Nr. 9 Johann Kaspar Mertz · aus: Guitar-Skole · Gitarre · 1 Seite
„Adagio“ steht in Fettdruck über dem ersten System, die Taktangabe ist 4/4. Über den Takten stehen Akkordsymbole, die ersten beiden sind Em und Am.
Klavier
-
Mondscheinsonate, 1. Satz Ludwig van Beethoven, Sonate Nr. 14 cis-Moll, op. 27 Nr. 2 · Klavier · 5 Seiten
Die Bezeichnung ist hier „Adagio sostenuto“, also ruhig und ausgehalten. Sie steht fett oben links über dem System und noch einmal in der Überschrift. Darunter steht in Kursiv die Anweisung, das ganze Stück „delicatissimamente e senza sordini“ zu spielen, also sehr zart und ohne Dämpfer.
Orchester
-
Sinfonie Nr. 9 e-Moll, „Aus der Neuen Welt“ Antonín Dvořák · Partitur · Bezeichnung „Molto Adagio“ auf Seite 18 der PDF
Auf Seite 18 der Partitur steht „Molto Adagio“ in Fettdruck über der Flötenstimme, kurz nachdem „rit.“ und „a tempo“ gestanden haben. „Molto“ heißt sehr: Hier soll es noch langsamer werden als im Adagio.
Langsam üben heißt nicht langsam spielen
Wer ein langsames Stück übt, hat es manchmal schwerer als bei einem schnellen. Die Töne stehen länger, jede Ungenauigkeit im Ton oder im Rhythmus ist hörbar. Die Seite Werkzeuge beschreibt eine Technik, die dazu passt: den Klick auf das halbe Arbeitstempo stellen und zwei Noten pro Klick spielen. Die Unterteilung, so die Seite, deckt ungleiche Sechzehntel und gehetzte Triolen auf, die ein einzelner Klick auf der Eins versteckt.
Häufige Fehler
- Adagio als Zeitlupe lesen: Das Wort meint gemächlich und ruhig. Ein Stück, das so langsam wird, dass der Zusammenhang verloren geht, ist nicht gemeint.
- Zusätze überlesen: „Adagio sostenuto“ und „Molto Adagio“ sind nicht dasselbe wie „Adagio“. Zusätze verändern Charakter und Geschwindigkeit.
- Die BPM-Zahl als Pflicht verstehen: Der Bereich ist ein Richtwert. Steht im Notenbild eine Metronomzahl, geht sie dem Wort vor.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
LargoAndanteVivaceLebhaftTempoMetronomRitardandoA tempo
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar