Allegrissimo
Sehr schnell, fast prestissimo.
Was es bedeutet
Allegrissimo ist die Steigerungsform von Allegro. Die Endung -issimo verstärkt das Grundwort, gemeint ist also ein sehr schnelles Tempo, das an den Bereich von Presto und Prestissimo heranreicht. Eine feste Zahl lässt sich nicht angeben; das Wort beschreibt ein Verhältnis — schneller als Allegro — und kein absolutes Maß.
Die Angabe ist selten. Für sehr rasche Tempi greifen Komponisten üblicherweise zu Presto oder zu Zusätzen wie Allegro assai, Allegro molto oder Allegro vivace. Da allegro ursprünglich „fröhlich“ bedeutet, lässt sich die Steigerungsform zugleich als Charakterangabe lesen.
Im Notenbild
Das Wort steht über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts. Wegen der Seltenheit der Angabe ergänzen manche Ausgaben eine Metronomzahl; sie stammt dann in der Regel vom Herausgeber und ist als Richtwert zu verstehen, nicht als Vorschrift des Komponisten.
Musikalische Verwendung
Belegt ist die Bezeichnung etwa bei Domenico Scarlatti, dessen Cembalosonate h-Moll K. 377 mit Allegrissimo überschrieben ist. Weil sie so ungewöhnlich ist, wirkt sie als Signal: Hier soll ausdrücklich mehr passieren als beim gewöhnlichen schnellen Satz.
Spielpraxis
Bestimme das Tempo von der schwierigsten Stelle her, nicht vom Anfang — was in den ersten Takten mühelos geht, entscheidet nicht über den Satz. Halte die Artikulation klein: In sehr schnellen Tempi genügen winzige Bewegungen, große kosten Zeit, die du nicht hast. Zähle in größeren Einheiten, oft ganze Takte statt einzelner Zählzeiten, sonst zerfällt die Bewegung. Und achte darauf, dass Betonungen erhalten bleiben; ein sehr schnelles Stück ohne metrisches Gefälle klingt gleichförmig statt brillant.