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Form

Anglaise

Stilisierter englischer Tanz in der Suite.

Was es bedeutet

Anglaise ist das französische Wort für „englisch" und bezeichnet einen Tanz in englischer Art. Der Begriff war im 17. und 18. Jahrhundert nicht auf einen einzigen Tanz festgelegt, sondern wurde für verschiedene Tänze verwendet, die als englisch galten — insbesondere für Formen des Kontretanzes, des aus England stammenden Reihentanzes.

In der Suite erscheint die Anglaise als stilisierter Tanz, der nicht mehr zum Tanzen gedacht ist, sondern als Instrumentalsatz. Sie steht dort unter den sogenannten Galanterien, jenen zusätzlichen Sätzen, die zwischen die festen Stammtänze eingefügt werden konnten.

Kennzeichnend ist ein rascher Charakter in geradem Takt, meist zwei oder vier Viertel, mit klarer Phrasengliederung. Zu unterscheiden ist die Anglaise von der Ecossaise, dem „schottischen" Tanz, der im 19. Jahrhundert eigenständig wurde, obwohl auch dieser mit schottischer Volksmusik wenig zu tun hatte.

Im Notenbild

Die Anglaise steht meist im Zwei- oder Vierertakt, gegliedert in zwei wiederholte Teile. Die Melodik ist schlicht und rhythmisch prägnant, häufig mit Auftakt. Die Bezeichnung steht als Satzüberschrift.

Musikalische Verwendung

Als Suitensatz begegnet die Anglaise in Klavier- und Orchestersuiten des späten Barock. Im 18. Jahrhundert war sie zugleich ein beliebter Gesellschaftstanz, der in Sammlungen für den praktischen Gebrauch veröffentlicht wurde. Die Bezeichnung zeigt, wie stark Tanzmoden damals über Ländergrenzen hinweg wanderten und dabei ihren Charakter veränderten.

Die Anglaise wurde im 18. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland als Modetanz verbreitet und leitete sich vom englischen Country Dance ab. In Suiten des Barock erscheint sie als lebhafter Satz im geraden Takt, meist mit Auftakt und klarer Gliederung in Viertaktgruppen. Später ging sie im Kontretanz auf. ## Spielpraxis

Spiele leicht und straff; die Anglaise ist ein rascher, heiterer Tanz. Arbeite die Schwerpunkte klar heraus und halte Auftakte leicht. Zeige die Phrasengliederung ohne Schwere. Und beachte die Wiederholungen — in der Barockpraxis wird die zweite Wiederholung oft verziert.