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Form

Ecossaise

Schottischer Tanz im 2/4-Takt.

Was es bedeutet

Ecossaise ist das französische Wort für „schottisch" und bezeichnet einen raschen Tanz im Zweivierteltakt, der um 1800 besonders beliebt war. Trotz des Namens hat er mit schottischer Volksmusik wenig zu tun: Er gehört zur Familie der Kontretänze, der Reihentänze, und erhielt seinen Namen aus der damaligen Mode, Tänze nach Ländern zu benennen.

Kennzeichnend sind ein rasches Tempo, ein gerader Takt, klar gegliederte Phrasen und ein heiterer, lebhafter Charakter. Die Ecossaise ist meist kurz und besteht aus zwei wiederholten Teilen von je acht Takten.

Zu unterscheiden ist sie von der Anglaise, dem „englischen" Tanz, mit dem sie eng verwandt ist, und vom Schottischen des 19. Jahrhunderts, einem Paartanz, der wiederum eine ganz andere Form ist.

Im Notenbild

Die Ecossaise steht im Zweivierteltakt, gegliedert in zwei wiederholte Abschnitte. Die Melodik ist schlicht und rhythmisch prägnant, oft mit punktierten Figuren. Die Begleitung ist einfach und betont den Wechsel von schwerer und leichter Zählzeit.

Musikalische Verwendung

Die Ecossaise war in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ein verbreiteter Gesellschaftstanz. Zahlreiche Komponisten schrieben Ecossaisen für Klavier, oft in Sammlungen kurzer Stücke für den geselligen Gebrauch. Später wurde der Tanz von anderen Modetänzen abgelöst, blieb aber in der Klavierliteratur erhalten.

Beethoven schrieb Ecossaisen für Klavier (WoO 83, WoO 86), Schubert weit mehr als ein Dutzend, oft in Gruppen (u. a. D. 145, 299, 421, 511, 781). Später wurde der Tanz von Galopp und Polka abgelöst.

Spielpraxis

Halte die Artikulation kurz und federnd. Zeige die Phrasengliederung deutlich. Und bedenke die gesellige Herkunft: Eine Ecossaise will unterhalten, nicht beeindrucken.