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Instrument

Bandura

Ukrainisches Zupfinstrument mit vielen Saiten.

Was es bedeutet

Die Bandura ist ein ukrainisches Zupfinstrument mit einem flachen, ovalen Korpus, einem kurzen Hals und einer großen Zahl von Saiten, die über die Decke gespannt sind. Neben wenigen Bass-Saiten am Hals trägt die Decke einen Fächer zahlreicher kürzerer Saiten, die frei gezupft werden — ähnlich wie bei einer Harfe und anders als bei Instrumenten mit Griffbrett. Moderne Konzertbanduras haben mehrere Dutzend Saiten und Mechanismen zum schnellen Umstimmen einzelner Töne; ältere Bauformen sind kleiner und haben weniger Saiten.

Musikalische Verwendung

Das Instrument ist eng mit der ukrainischen Erzähl- und Liedtradition verbunden und wurde über lange Zeit vor allem zur Selbstbegleitung des Gesangs verwendet. Der Klang ist hell, perlend und klingt lange nach, was ein durchsichtiges Begleitmuster aus gebrochenen Akkorden begünstigt. Im 20. Jahrhundert entstanden Bandura-Ensembles und -Chöre sowie ein eigenes Konzertrepertoire mit Bearbeitungen und Originalwerken. Vom Verwandtschaftstyp her steht die Bandura zwischen Laute und Psalterium: Der Korpus erinnert an eine Laute, die Spielweise mit frei schwingenden Saiten an ein Zither- oder Harfeninstrument.

Spielpraxis

Gezupft wird in der Regel mit beiden Händen, oft mit Fingerkuppen oder aufgesetzten Plektren; die linke Hand bedient die tieferen, die rechte die höheren Saiten, wobei die genaue Aufteilung von Bauart und Schule abhängt. Weil die Saiten frei klingen, ist das gezielte Dämpfen ebenso wichtig wie das Anzupfen — plane, welche Hand welchen Klang abstellt. Das Instrument wird leicht geneigt gehalten oder aufgesetzt, sodass beide Hände ohne Verrenkung an ihre Saitenbereiche kommen. Halte die Stimmung regelmäßig nach, da viele Saiten einander über die Decke beeinflussen. Die Angaben zu Stimmungssystemen unterscheiden sich je nach Bauweise und Schule; prüfe sie am konkreten Instrument.

Konzertinstrumente mit Umstimmmechanik eine eigene Technik verlangen: Die Hebel werden während des Spiels bedient, und ihr Einsatz muss wie ein Pedalwechsel an der Harfe geplant und notiert werden. Bei Begleitung von Gesang bleibt die Lautstärke bewusst zurück, damit der Text im Vordergrund steht. Prüfe vor dem Auftritt jede Saite einzeln, weil einzelne Verstimmungen im vollen Klang leicht überhört werden.