Benedictus
Teil der Messe nach dem Sanctus.
Was es bedeutet
Das Benedictus ist ein Abschnitt des Ordinariums der Messe. Es folgt unmittelbar auf das Sanctus und beginnt mit den Worten „Benedictus qui venit in nomine Domini" — gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Meist schließt sich daran der Ruf „Osanna in excelsis" an, der bereits das Sanctus beendet hat und dort in gleicher oder ähnlicher Musik wiederkehrt. In der musikalischen Gestaltung gilt das Benedictus als der ruhige, innige Gegenpol zum festlichen Sanctus.
Musikalische Verwendung
In vertonten Messen wird das Benedictus häufig solistisch oder mit kleiner Besetzung gesetzt, oft mit einem Soloinstrument, das die Gesangslinie umspielt. Dadurch entsteht innerhalb des Werkes eine Zone der Ruhe, die zwischen dem Jubel des Sanctus und der Wiederkehr des Osanna liegt. Die Rückkehr des Osanna nach dem Benedictus ist zugleich ein formales Mittel: Sie rahmt den ruhigen Abschnitt und stellt den festlichen Ton wieder her. Der Umfang der Vertonungen reicht von wenigen Takten in schlichten Messen bis zu ausgedehnten Sätzen in großen Werken.
Spielpraxis
Gestalte das Benedictus als zusammenhängenden Gesangsbogen und vermeide zu starke Akzente; der Text ist ein Segensruf, keine Verkündigung. Achte auf die lateinische Aussprache und auf gleichmäßige Vokalfarben, besonders in solistischer Besetzung. Kläre die Besetzung frühzeitig, da viele Vertonungen Soli vorsehen, die aus dem Chor besetzt werden können. Plane den Übergang zum wiederkehrenden Osanna genau, weil dort Tempo und Lautstärke sprunghaft wechseln. Im liturgischen Zusammenhang richtet sich die Länge nach dem Ablauf des Gottesdienstes.
Beachte außerdem die Besetzungsfrage: Viele Vertonungen setzen Soli oder eine kleine Gruppe ein, und der Wechsel zur vollen Besetzung beim folgenden Osanna gehört zur Wirkung. Kläre, ob die Soli aus dem Chor besetzt werden, und probe den Übergang gesondert. Halte das Zeitmaß ruhig, aber fließend; ein zu langsames Benedictus verliert den Zusammenhang mit dem Rahmen. Achte auf die Balance zum begleitenden Soloinstrument, das in vielen Vertonungen gleichberechtigt geführt wird.