Sanctus
Heiligenruf der Messe.
Was es bedeutet
Das Sanctus ist der vierte Teil des Ordinariums der Messe. Sein Text ruft dreimal „Sanctus" — heilig — und fährt fort mit dem Lob des Herrn der Heerscharen, bevor er in den Ruf „Osanna in excelsis" mündet. Unmittelbar darauf folgt das Benedictus, nach dem das Osanna wiederkehrt. In der Liturgie ist das Sanctus ein Gesang der ganzen Gemeinde, der die Wandlung vorbereitet.
Musikalische Verwendung
Die dreifache Anrufung am Beginn lädt zu Steigerung ein, und viele Vertonungen setzen sie als langsames, feierliches Anwachsen, bevor das Osanna in schnelleres Tempo umschlägt. Der Satz gehört deshalb häufig zu den klanglich eindrucksvollsten einer Messe, oft mit vollem Chor, Trompeten und Pauken. In der einstimmigen Überlieferung existieren zahlreiche Melodien unterschiedlicher Feierlichkeit. Zusammen mit Benedictus und wiederkehrendem Osanna ergibt sich eine dreiteilige Anlage, in der der ruhige Mittelteil vom festlichen Rahmen eingefasst wird. Sein Text stammt aus dem Buch Jesaja und dem Psalm 118.
Spielpraxis
Baut die dreifache Anrufung als gestaltete Steigerung auf, statt von Anfang an voll zu singen. Achte auf gemeinsame Aussprache des Wortes und auf gleichmäßige Vokalfarben, weil die langen Töne jede Uneinheitlichkeit offenlegen. Plane den Übergang zum Osanna genau, da Tempo und Charakter wechseln. Halte die Balance zu Trompeten und Pauken im Blick. In liturgischer Verwendung ist zu klären, ob die Gemeinde mitsingt und welche Fassung vorgesehen ist.
das Sanctus in der Liturgie ein Gesang der ganzen Gemeinde ist: Wo es chorisch vertont wird, tritt diese Funktion zurück, was bei der Auswahl zu bedenken ist. Kläre mit der Gottesdienstleitung, ob die Gemeinde beteiligt wird. In der Liturgie folgt das Sanctus auf die Präfation. Prüfe, ob das Osanna nach dem Benedictus wörtlich wiederkehrt, weil davon die Probenplanung abhängt. Prüfe zudem, ob die Gemeinde an dieser Stelle beteiligt wird, und stimme das mit der Leitung ab.