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Instrument

Bombarde

Spätmittelalterliches Doppelrohrblattinstrument.

Was es bedeutet

Die Bombarde ist ein Doppelrohrblattinstrument des späten Mittelalters und der Renaissance und gehört zur Familie der Schalmeien. Gegenüber der hohen Diskantschalmei ist sie größer und tiefer gebaut, mit konischer Bohrung und offen aufliegendem Doppelrohrblatt, das der Spieler mit den Lippen führt. Der Klang ist kräftig, durchdringend und obertonreich — ein Instrument für den Freiraum, nicht für die Kammer. Der Name wird auch für ein bretonisches Instrument derselben Baufamilie verwendet, das bis heute in der dortigen Musiktradition lebendig ist.

Musikalische Verwendung

In der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadtmusik bildete die Bombarde zusammen mit Schalmeien und Zugtrompeten das laute Ensemble, das bei Umzügen, Tanzveranstaltungen und städtischen Anlässen spielte. Die zeitgenössische Einteilung in leise und laute Instrumente ist dabei wichtiger als eine Einteilung nach Bauart: Die Bombarde gehörte eindeutig zu den lauten. In der Renaissance wurde sie durch die leiser und feiner ansprechende Oboe abgelöst, deren Entwicklung im 17. Jahrhundert aus dieser Familie hervorging; der Übergang verlief fließend. Heute erklingt sie vor allem in Ensembles für Alte Musik.

Spielpraxis

Der Luftwiderstand ist hoch, und das Rohrblatt verlangt einen stabilen, gut gestützten Atem; ein zu lockerer Ansatz lässt den Ton kippen. Die Intonation hängt stark von Lippendruck und Blattqualität ab, weshalb Spieler ihre Blätter meist selbst bearbeiten. Übe zuerst gleichmäßige lange Töne in mittlerer Lage, bevor du die Extremlagen angehst. Wässere das Rohrblatt vor dem Spiel und lass es danach trocknen. Im Ensemble mit anderen Instrumenten der Alten Musik ist die Wahl des Stimmtons vorab zu klären, da historische Stimmtonhöhen voneinander abweichen. Angaben zu Bauformen und Stimmungen unterscheiden sich je nach Quelle und Nachbau.

Instrumente dieser Familie im Freien und in großer Besetzung eingesetzt wurden: Im geschlossenen Raum wirken sie schnell überlaut, weshalb die Besetzungsstärke über die Balance entscheidet und nicht die Spielweise. Prüfe das bei der Programmplanung. Wer vom modernen Doppelrohrblattinstrument kommt, braucht Zeit für den anderen Luftwiderstand und sollte mit langen Tönen in der Mittellage beginnen. Kläre im Ensemble die Stimmtonhöhe und lass die Blätter nach dem Spielen trocknen.