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Form

Concertino

Sologruppe im Concerto grosso.

Was es bedeutet

Concertino bezeichnet im Concerto grosso die kleine Sologruppe, die dem vollen Orchester gegenübersteht. Üblich ist eine Besetzung aus zwei Violinen und Continuo, doch es gibt zahlreiche Abweichungen mit Bläsern oder anderen Instrumenten. Der große Klangkörper heißt Ripieno oder Tutti. Daneben wird der Begriff für ein kleines, meist einsätziges Solokonzert verwendet — ein Konzertstück von geringerem Umfang als das übliche dreisätzige Konzert.

Musikalische Verwendung

Das Gegenüber von kleiner und großer Gruppe ist das Bauprinzip des Concerto grosso: Die Sologruppe führt das Material ein, bewegt sich beweglicher und in dünnerem Satz, das Tutti antwortet mit Festigkeit und Fülle. Aus diesem Wechsel entstehen Form und Dramaturgie eines Satzes. Dabei spielen die Solisten meist auch im Tutti mit — sie treten nicht ab, sondern verstärken. Aus dieser Anlage entwickelt sich im 18. Jahrhundert das Solokonzert mit einem einzelnen Solisten; der Übergang verläuft fließend, und Mischformen sind häufig.

Spielpraxis

Kläre die Besetzungsfrage: Wer spielt im Tutti mit, wer schweigt, und wie groß ist das Ripieno. Diese Entscheidung prägt den Klang mehr als jede Tempowahl. Gestalte die Wechsel zwischen Solo und Tutti deutlich in Lautstärke und Artikulation, ohne den Fluss zu unterbrechen. Die Sologruppe musiziert kammermusikalisch und führt; das Tutti stützt und drängt nicht. Achte auf ein durchgehendes Grundzeitmaß. Im Continuo passt die Besetzung sich dem jeweiligen Abschnitt an, dünner im Solo, voller im Tutti.

die Sologruppe kammermusikalisch zusammenspielt: Artikulation, Verzierung und Zeitgestaltung müssen zwischen den Solisten verabredet werden, bevor das Tutti hinzukommt. Probe die Soloabschnitte zuerst zu dritt oder zu viert. Achte darauf, dass die Solisten im Tutti mitspielen, aber dort nicht hervortreten sollen; der Wechsel geschieht in der Haltung, nicht nur in der Lautstärke. Im Continuo empfiehlt sich eine dünnere Besetzung während der Soli. Kläre, wer die Einsätze gibt, wenn ohne Dirigent gespielt wird.