Concerto grosso
Barockes Konzert mit Solo- und Tuttigruppe.
Was es bedeutet
Das Concerto grosso ist eine Konzertform des Barock, in der eine kleine Sologruppe, das Concertino, dem vollen Streichorchester mit Continuo gegenübersteht. Die übliche Sologruppe besteht aus zwei Violinen und Bass, doch es gibt viele Besetzungsvarianten. Die Sätze sind meist in einer Folge von drei oder vier Stücken angeordnet, häufig mit wechselnden Tempi. Charakteristisch ist, dass die Solisten im Tutti mitspielen und nur an den Solostellen hervortreten.
Musikalische Verwendung
Der Reiz liegt im Wechsel der Klangdichte. Wiederkehrende Tuttiabschnitte, die Ritornelle, rahmen die beweglicheren Soloabschnitte ein und geben dem Satz seine Ordnung; dabei wandert das Ritornell durch verschiedene Tonarten und kehrt am Ende in die Ausgangstonart zurück. Diese Anlage prägt die Konzertform des 18. Jahrhunderts insgesamt. Aus dem Concerto grosso entwickelt sich das Solokonzert, in dem ein einzelnes Instrument die Rolle des Concertino übernimmt; beide Formen bestehen eine Zeit lang nebeneinander. Im 20. Jahrhundert greifen Komponisten die Gattung bewusst wieder auf.
Spielpraxis
Kläre Besetzung und Aufstellung: Die Sologruppe sollte hörbar, aber nicht abgetrennt sein, und das Ripieno darf nicht zu groß werden, sonst geht der Wechsel verloren. Gestalte die Übergänge zwischen Tutti und Solo in Lautstärke und Artikulation, ohne das Zeitmaß zu ändern. Arbeite die Ritornelle als Wiederkehr heraus und beachte, in welcher Tonart sie stehen. Im Continuo passt die Besetzung dem Abschnitt an. Übe die Nahtstellen gesondert, weil dort die meisten Unsicherheiten entstehen.
die Satzfolge nicht einheitlich ist: Manche Werke folgen der Kirchensonate mit wechselnden Tempi, andere reihen Tanzsätze, wieder andere nähern sich dem dreisätzigen Konzert. Verschaffe dir zuerst Klarheit über die Anlage. Achte auf die Bassführung, weil sie Form und Harmonik trägt und im Tutti nicht verschwinden darf. Übe die Ritornelle in gleicher Artikulation, damit sie als Wiederkehr erkennbar sind. Kläre Besetzungsstärke und Stimmtonhöhe, bevor die Probenarbeit beginnt. Prüfe außerdem, ob die Ausgabe Verzierungen ergänzt hat, und entscheide bewusst über deren Ausführung.