Console
Spieltisch der Orgel mit Manualen und Pedal.
Was es bedeutet
Als Console — deutsch Spieltisch — bezeichnet man den Arbeitsplatz des Organisten: die Einheit aus mehreren Manualen, der Pedalklaviatur, den Registerzügen oder Registerwippen, den Koppeln, Schwelltritten und, bei neueren Instrumenten, einer elektronischen Setzeranlage zum Speichern von Registrierungen. Der Spieltisch kann fest in das Orgelgehäuse eingebaut oder frei stehend und beweglich sein. Er ist nicht das Instrument selbst, sondern die Schnittstelle zu ihm: Die Tasten steuern über Trakturen die Ventile, die den Wind zu den Pfeifen lassen.
Musikalische Verwendung
Der Aufbau des Spieltischs bildet die Disposition der Orgel ab. Jedes Manual bedient ein eigenes Werk mit eigenem Pfeifenbestand und eigenem Charakter — Hauptwerk, Rückpositiv, Schwellwerk und andere, je nach Instrument. Koppeln verbinden diese Werke, sodass ein Manual die Register eines anderen mitspielt. Daraus ergibt sich die spezifische Kunst des Orgelspiels: Ein Wechsel des Manuals ist zugleich ein Wechsel der Klangfarbe und wird als Mittel der Gliederung eingesetzt, etwa im Wechselspiel zwischen Solo und Begleitung. Da jede Orgel anders disponiert ist, muss eine Registrierung für jedes Instrument neu erdacht werden.
Spielpraxis
Verschaffe dir vor dem Spielen einen Überblick: Notiere Registernamen, Fußtonzahlen und die Belegung der Manuale, und probiere Koppeln und Schwelltritt aus. Stelle die Bank so ein, dass die Fußspitzen das Pedal ohne Strecken erreichen und das Becken frei bleibt. Plane Registerwechsel choreografisch — welche Hand ist wann frei, oder brauchst du einen Registranten. Nutze die Setzeranlage, wenn vorhanden, und notiere die Kombinationen schriftlich, weil Speicherplätze von anderen überschrieben werden können. Rechne bei mechanischer Traktur mit spürbar schwererem Tastendruck, besonders bei gezogenen Koppeln.
Spieltische sehr unterschiedlich angeordnet sind: Zahl und Reihenfolge der Manuale, Lage der Registerzüge und Position der Schwelltritte wechseln von Instrument zu Instrument. Nimm dir vor dem ersten Spielen Zeit, alles zu erfassen, und notiere die Belegung. Bei freistehenden Spieltischen sitzt du oft weit von den Pfeifen entfernt, sodass der Klang verzögert ankommt; richte dich dann nach dem Anschlag und nicht nach dem Gehör. Prüfe die Setzeranlage und sichere deine Kombinationen schriftlich.