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Vokal

Crooner

Sänger im weichen Mikrofongesangsstil.

Was es bedeutet

Als Crooner bezeichnet man Sänger, die mit weicher, unforcierter Stimme unmittelbar ins Mikrofon singen. Der Stil entstand, als elektrische Verstärkung allgemein verfügbar wurde: Wer nicht mehr gegen ein Orchester ankommen muss, kann sehr leise singen, nah an der Sprechstimme bleiben und feinste Schattierungen hörbar machen — Hauchlaute, Verzögerungen, kleine Tonhöhenbeugungen. Das Mikrofon ist dabei kein Hilfsmittel, sondern Teil der Technik.

Musikalische Verwendung

Der Stil prägte die populäre Musik des 20. Jahrhunderts, besonders das Repertoire der amerikanischen Songs mit Bigband- oder Orchesterbegleitung. Musikalisch wirkt er auf die Gestaltung zurück: Weil Lautstärke nicht mehr erarbeitet werden muss, rückt die Textbehandlung in den Vordergrund, und die Phrasierung darf sich weit vom notierten Rhythmus entfernen. Gegenüber dem klassischen Gesang, der ohne Verstärkung trägt und deshalb auf Resonanz und Volumen angewiesen ist, steht hier die Nähe im Vordergrund — der Eindruck, dass jemand direkt zum Hörer spricht.

Am stärksten mit dem Stil verbunden sind Bing Crosby und später Frank Sinatra, obwohl beide die Bezeichnung ,Crooner‘ für sich selbst ablehnten.

Spielpraxis

Arbeite bewusst mit dem Abstand zum Mikrofon: Näher ergibt mehr Wärme und Tiefe, weiter mehr Raum; große Lautstärkesprünge werden durch Zurückweichen ausgeglichen. Achte auf Zisch- und Plosivlaute und singe leicht seitlich, um sie zu mildern. Stütze den Atem trotz der geringen Lautstärke, sonst wird der Ton kraftlos und die Intonation unsicher. Übe die Phrasierung gegen ein stabiles Zeitmaß, damit das Verzögern gestaltet und nicht zufällig wirkt. Kläre mit der Tontechnik die Einstellungen vorher, weil der Stil unmittelbar von der Wiedergabe abhängt.