Csárdás
Ungarischer Tanz mit langsamem und schnellem Teil.
Was es bedeutet
Der Csárdás ist ein ungarischer Paartanz, der sich im 19. Jahrhundert zum Nationaltanz entwickelte. Der Name leitet sich vom ungarischen Wort für eine Dorfschenke ab, in der der Tanz ursprünglich getanzt wurde.
Kennzeichnend ist die Zweiteiligkeit. Auf einen langsamen, getragenen, oft frei gestalteten Teil folgt ein schneller, feuriger Teil, der sich bis zum Schluss steigern kann. Der langsame Teil heißt im Ungarischen lassú, der schnelle friss. Der Kontrast zwischen beiden ist das eigentliche Wesen des Tanzes.
Der Csárdás steht meist in geradem Takt, im Zwei- oder Vierertakt, mit charakteristischen punktierten Rhythmen und Synkopen.
Zu unterscheiden ist der städtische Csárdás, wie er im 19. Jahrhundert verbreitet war, von den bäuerlichen Tanzformen, aus denen er hervorging und die sich in vielem davon unterscheiden.
Im Notenbild
Der Csárdás wird in zwei Abschnitten mit unterschiedlichen Tempoangaben notiert, häufig mit einem deutlichen Tempowechsel zwischen ihnen. Im langsamen Teil stehen oft Fermaten und Verzierungen, im schnellen Teil durchlaufende Bewegung und Beschleunigungen. Die freie Tempogestaltung des langsamen Teils ist meist nur teilweise notiert.
Musikalische Verwendung
Der Csárdás wurde zur Grundlage zahlreicher Bearbeitungen und Konzertstücke im 19. Jahrhundert, besonders für Violine und Klavier, und er erscheint in Operetten, deren Handlung in Ungarn spielt. Als Tanz ist er bis heute lebendig.
Der Csárdás entstand im 19. Jahrhundert in Ungarn und besteht aus einem langsamen Teil, dem Lassú, und einem schnellen, dem Friss. Er wurde zum ungarischen Nationaltanz und in der Kunstmusik oft zitiert. Bekannt ist der Csárdás von Vittorio Monti für Violine. ## Spielpraxis
Gestalte den Kontrast deutlich: den langsamen Teil frei und ausdrucksvoll, den schnellen straff und feurig. Lass im langsamen Teil Raum für Dehnungen und Verzierungen. Spiele im schnellen Teil die Punktierungen scharf und halte den Puls, auch bei Beschleunigungen. Und höre Aufnahmen, um das Gefühl für den Stil zu gewinnen.