Doppelkonzert
Konzert für zwei Soloinstrumente.
Was es bedeutet
Ein Doppelkonzert ist ein Konzert für zwei Soloinstrumente und Orchester. Die Solisten können gleichartig sein, etwa zwei Violinen oder zwei Klaviere, oder verschieden, etwa Violine und Violoncello. Der Bau folgt in der Regel dem des Solokonzerts mit drei Sätzen, doch die Anlage der Soloteile ist anders: Statt eines einzelnen Gegenübers zum Orchester entsteht ein Gespräch zwischen zwei Partnern, die sich Material zuspielen, ergänzen und gegeneinandersetzen.
Musikalische Verwendung
Die Gattung reicht vom Barock, wo sie dem Concerto grosso nahesteht, bis in die Gegenwart. Bei gleichartigen Soloinstrumenten liegt der Reiz in Imitation und Spiegelung; bei verschiedenen in der Differenz der Klangfarben und Umfänge, die der Komponist ausnutzen kann. Für die Satzweise folgt daraus, dass Soloabschnitte oft dichter gearbeitet sind als im Solokonzert, weil zwei Stimmen zu führen sind. Zugleich muss das Orchester anders behandelt werden, da zwei Solisten mehr Raum beanspruchen. Die Verwandtschaft zum Concerto grosso ist historisch und sachlich begründet.
Spielpraxis
Probe zuerst zu zweit ohne Orchester und kläre Phrasierung, Artikulation und Zeitgestaltung; Unterschiede in diesen Punkten fallen im Zusammenspiel sofort auf. Lege fest, wer wo führt, besonders bei Imitationen, und passe Klangfarbe und Lautstärke einander an. Bei ungleichen Instrumenten achtet auf die Balance, weil eines von beiden meist leichter trägt. Arbeite mit der Leitung die Übergänge zwischen Solo und Tutti aus. Atme gemeinsam an Einsätzen, damit die Solistengruppe als Einheit wirkt.
die beiden Solisten als Einheit wahrgenommen werden: Unterschiede in Artikulation, Vibrato und Zeitgestaltung fallen stärker auf als bei getrennten Auftritten. Probe deshalb ausführlich zu zweit, bevor das Orchester hinzukommt. Kläre, wer bei Imitationen führt und wie der Anschluss gestaltet wird. Sprich mit der Leitung über die Begleitstärke in den Soloabschnitten und atme an Einsätzen gemeinsam. Stelle dich so auf, dass alle einander hören und nicht nur den Dirigenten sehen. Prüfe zudem, ob die Ausgabe eine Fassung mit zweitem Klavier für die Probenarbeit bietet.