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Form

Epicedium

Trauer- oder Klagegesang auf einen Verstorbenen, besonders in der Musik der Renaissance und des Barock.

Was es bedeutet

Das Epicedium, aus dem Griechischen für „Trauergesang“, ist ein Vokalwerk, das den Tod einer Person betrauert und ihr Andenken ehrt. Anders als das antike Vorbild, ein am offenen Grab vorgetragenes Klagelied, entwickelte sich das Epicedium in Renaissance und Barock zu einer eigenständigen kompositorischen Gattung, die auch losgelöst von der eigentlichen Bestattung aufgeführt werden konnte.

Musikalische Verwendung

Epicedien entstanden häufig anlässlich des Todes bedeutender Persönlichkeiten wie Herrscher, Gelehrter oder selbst verstorbener Komponisten, wobei Text und Musik gemeinsam Trauer, Lob des Verstorbenen und Trost für die Hinterbliebenen vereinten. Die Gattung war besonders im protestantischen Deutschland des 16. und 17. Jahrhunderts verbreitet, wo Epicedien oft als gedruckte Gelegenheitskompositionen zu Trauerfeiern erschienen.

Abzugrenzen ist das Epicedium vom liturgischen Requiem, das als feste Bestandteile der katholischen Totenmesse komponiert wird, während das Epicedium eine freiere, meist weltliche oder gelegenheitsbezogene Form der Totenklage darstellt. Von der allgemeinen Trauermusik unterscheidet sich das Epicedium durch seinen konkreten Bezug auf eine bestimmte, namentlich genannte verstorbene Person.

Spielpraxis

Achte beim Studium eines Epicediums auf den Text, da er meist konkrete biografische oder lobende Bezüge zur verstorbenen Person enthält, die das Verständnis des Werkes und seiner musikalischen Gestaltung erleichtern. Gestalte den Vortrag mit einem der Trauer angemessenen, zurückhaltenden Ausdruck, ohne dabei die oft auch tröstlichen oder verklärenden Textstellen zu übergehen, die viele Epicedien neben der Klage enthalten.