Zum Inhalt springen
Instrument

Erhu

Chinesische zweisaitige Kniegeige; der Bogen läuft zwischen den Saiten.

Was es bedeutet

Die Erhu ist eine chinesische, zweisaitige Streichlaute, die auf dem Knie gehalten und senkrecht gespielt wird. Ihr kleiner Klangkörper ist an einer Seite mit Schlangenhaut bespannt, der Hals ist lang und ohne Griffbrett. Eine Besonderheit ist der Bogen: Seine Haare laufen zwischen den beiden Saiten hindurch und sind fest mit dem Bogenstab verbunden, sodass sich der Bogen nicht von den Saiten lösen lässt.

Musikalische Verwendung

Die Erhu gehört zu den wichtigsten Streichinstrumenten der chinesischen Musik. Sie wird solistisch, in Ensembles der Volksmusik und der Oper sowie in modernen Orchestern für chinesische Instrumente gespielt. Ihr Klang ist singend und ausdrucksstark und kann Weinen, Lachen oder auch Naturlaute nachahmen.

Abzugrenzen ist die Erhu von der Violine, die anders gehalten, mit einem frei geführten Bogen gestrichen und gegriffen wird und ein Griffbrett besitzt. Auch verwandte Instrumente wie das Gaohu oder das Banhu unterscheiden sich in Größe, Stimmung und Klangfarbe von der Erhu.

Spielpraxis

Da die Saiten nicht auf ein Griffbrett gedrückt werden, greifst du sie nur im Schwebezustand mit den Fingerspitzen an. Übe zuerst gleichmäßige Bogenzüge und sichere Intonation, denn kleinste Fingerbewegungen verändern die Tonhöhe. Das Gleiten zwischen den Tönen ist ein wesentliches Ausdrucksmittel der Erhu und sollte bewusst gestaltet werden.