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Form

Gagaku

Klassische japanische Hofmusik.

Was es bedeutet

Gagaku ist die klassische Hofmusik Japans, überliefert seit mehr als tausend Jahren. Institutionell geht sie auf das 701 eingerichtete Musikamt Gagaku-ryō zurück. Sie umfasst mehrere Bereiche: instrumentale Ensemblemusik (Kangen), Musik mit Tanz (Bugaku) sowie Gesang. Das Instrumentarium besteht aus Blasinstrumenten, nämlich der Mundorgel Shō, der Doppelrohrblattpfeife Hichiriki und der Querflöte Ryūteki, dazu den Saiteninstrumenten Gakubiwa und Gakusō sowie den Schlaginstrumenten Kakko, Taiko und Shōko, die den zeitlichen Ablauf gliedern. Die Musik wird innerhalb festgelegter Traditionen weitergegeben; Repertoire und Ausführung sind streng geregelt. Heute pflegt sie vor allem die Musikabteilung des Zeremonienamts im japanischen Kaiserlichen Hofamt; 2009 wurde Gagaku in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Musikalische Verwendung

Kennzeichnend ist ein sehr gedehntes Zeitmaß und eine Schichtung, die sich von europäischen Vorstellungen unterscheidet: Eine Melodie wird von verschiedenen Instrumenten in unterschiedlicher Gestalt zugleich ausgeführt, während die Mundorgel gehaltene Klänge beisteuert und Schlaginstrumente die Gliederung markieren. Der Zusammenhalt entsteht weniger aus Harmonik im europäischen Sinn als aus der Beziehung dieser Schichten zueinander und aus festgelegten Zyklen. Die Wirkung beruht auf Ruhe, Klangfarbe und langsamer Entfaltung. Darstellungen in europäischen Quellen sind oft verkürzt; Begriffe und Gattungsnamen sollten an der japanischen Fachliteratur geprüft werden.

Spielpraxis

Die Ausführung ist an Überlieferung und Schule gebunden und wird mündlich und durch Nachahmung weitergegeben; schriftliche Quellen genügen nicht. Wer Musik dieses Bereichs aufführt oder bearbeitet, sollte mit Musikern der Tradition zusammenarbeiten und auf eigenmächtige Anpassungen an europäische Hörgewohnheiten verzichten. Bei Programmtexten empfiehlt es sich, Gattungs- und Instrumentennamen korrekt zu verwenden und auf Verallgemeinerungen zu verzichten.

Übertragungen dieser Musik in europäische Notation bedeuten immer Verluste: Tonhöhen, Zeitverhältnisse und Spielweisen lassen sich damit nur annähernd wiedergeben. Verwende solche Ausgaben als Hilfsmittel und nicht als Grundlage. Wer Werke europäischer Komponisten aufführt, die auf diese Musik Bezug nehmen, sollte den Unterschied zwischen Anregung und Nachbildung deutlich machen. Prüfe zudem, ob eine Aufführung Instrumente der Tradition verlangt oder eine Bearbeitung vorliegt, und nenne das im Programm.