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Form

Galop

Schneller 2/4-Tanz des 19. Jh.

Was es bedeutet

Der Galopp, in französischer Schreibweise Galop, ist ein schneller Paartanz im Zweivierteltakt, der im 19. Jahrhundert besonders beliebt war. Der Name verweist auf die Gangart des Pferdes: Die Tänzer bewegen sich mit raschen Hüpf- und Seitschritten durch den Saal.

Kennzeichnend sind ein sehr rasches Tempo, ein gerader Takt mit deutlicher Betonung der ersten Zählzeit und ein ausgelassener, mitreißender Charakter. Der Galopp war meist kurz und wurde häufig am Ende eines Balls oder als Abschluss einer Tanzfolge gespielt, gewissermaßen als letzter Höhepunkt.

Verwandt ist die Polka, ebenfalls ein Zweivierteltakt-Tanz des 19. Jahrhunderts, die jedoch gemäßigter und gleichmäßiger ist. Der Galopp ist rascher und stürmischer.

Im Notenbild

Der Galopp steht im Zweivierteltakt mit einer Begleitung, die den Wechsel von schwerer und leichter Zählzeit betont. Die Melodie ist rhythmisch prägnant, häufig mit wiederholten Tönen und raschen Läufen. Die Form ist klar gegliedert, meist in Abschnitten zu acht oder sechzehn Takten, oft mit einem kontrastierenden Mittelteil.

Musikalische Verwendung

Der Galopp gehörte im 19. Jahrhundert zum festen Repertoire der Ballmusik und wurde von Tanzkapellen und Unterhaltungsorchestern gespielt. Komponisten der Tanzmusik schrieben zahlreiche Galoppe. Auch in Operetten und Bühnenwerken erscheint er, oft in Szenen ausgelassenen Treibens. Als Charakterstück hat er in der Klavierliteratur überdauert.

Der Galopp war einer der schnellsten Gesellschaftstänze des 19. Jahrhunderts. Er stand am Ende von Bällen und ist im schnellen Zweivierteltakt gehalten, mit hüpfendem Wechselschritt. Johann Strauss Vater und Sohn schrieben viele Galopps. Offenbachs Cancan aus Orpheus in der Unterwelt ist musikalisch ein Galopp. Er beschloss oft den Ballabend. Er steht im Zweivierteltakt.

Spielpraxis

Halte das Tempo rasch und gleichmäßig, ohne zu hetzen. Betone die erste Zählzeit deutlich und halte die zweite leicht. Spiele die Begleitung straff und federnd. Und achte darauf, dass die Schlusssteigerung wirklich als Höhepunkt klingt — ein Galopp lebt von seiner mitreißenden Wirkung.