Polka
Böhmischer Tanz im 2/4-Takt.
Was es bedeutet
Die Polka ist ein böhmischer Paartanz im Zweivierteltakt, der um 1830 aufkam und sich rasch über ganz Europa verbreitete. Sie wurde zu einem der beliebtesten Gesellschaftstänze des 19. Jahrhunderts.
Kennzeichnend ist ein lebhafter, hüpfender Schritt, der sich auf die zwei Zählzeiten verteilt, mit einem kleinen Hüpfer am Ende. Musikalisch entspricht dem ein gerader Takt mit klarer Betonung der ersten Zählzeit, eine Begleitung, die den Wechsel von Bass und Akkord markiert, und eine Melodie mit häufig punktierten oder synkopierten Figuren.
Zu unterscheiden ist die Polka vom Galopp, der rascher und stürmischer ist, und vom Furiant, einem anderen böhmischen Tanz, der durch seine Taktverschiebungen gekennzeichnet ist. Es gab außerdem Abwandlungen wie die Schnellpolka und die Polka-Mazurka, eine Mischform im Dreiertakt.
Im Notenbild
Die Polka steht im Zweivierteltakt mit einer Begleitung aus Bass auf der ersten und Akkord auf der zweiten Zählzeit. Die Form ist in Abschnitte zu acht oder sechzehn Takten gegliedert, oft mit einem kontrastierenden Trio.
Musikalische Verwendung
Die Polka gehörte im 19. Jahrhundert zum festen Repertoire der Ballmusik. Tanzkomponisten schrieben zahlreiche Polkas, und auch in Operetten und in der Kunstmusik erscheint sie. In der Volks- und Blasmusik Mitteleuropas ist sie bis heute lebendig.
Die Polka entstand um 1830 in Böhmen und verbreitete sich rasch über Europa. Sie ist im schnellen Zweivierteltakt, mit einem Hüpfschritt auf der Zählzeit Eins-und. Johann Strauss Sohn schrieb viele Polkas, darunter die Pizzicato-Polka mit Josef Strauss. Auch Smetana und Dvořák verwendeten sie. Englisch und französisch heißt sie ebenfalls polka. Sie verbreitete sich um 1840 über Prag, Wien und Paris.
Spielpraxis
Halte das Tempo lebhaft und den Puls fest. Betone die erste Zählzeit und halte die zweite leicht. Spiele die Begleitung straff und federnd. Und achte auf den Charakter — eine Polka ist fröhlich und hüpfend, nicht schwer oder stampfend.