Furiant
Schneller böhmischer Tanz.
Was es bedeutet
Der Furiant ist ein schneller böhmischer Volkstanz von feurigem, stolzem Charakter. Sein wichtigstes Merkmal ist ein rhythmischer Wechsel: Innerhalb eines Dreiertakts werden die Betonungen so verschoben, dass sich zwei Takte zu drei Zweiergruppen zusammenfassen lassen. Es entsteht der Eindruck, als wechsle der Tanz zwischen Dreier- und Zweiertakt.
Dieser Betonungswechsel heißt in der Musiklehre Hemiole. Er kommt auch in anderen Formen vor, prägt den Furiant aber so stark, dass er als dessen Erkennungszeichen gilt. Der Name wird mit dem Wort für einen stolzen, auftrumpfenden Menschen in Verbindung gebracht.
Zu unterscheiden ist der Furiant von der Polka, dem anderen bekannten böhmischen Tanz: Die Polka steht im Zweivierteltakt und ist ein gleichmäßiger Hüpftanz, der Furiant ist durch die Taktverschiebung gekennzeichnet.
Im Notenbild
Der Furiant ist meist im Dreivierteltakt notiert. Die Hemiolen erscheinen durch Akzente, Bindungen oder Balkungen, die den Zweierrhythmus gegen den notierten Dreiertakt setzen. In manchen Bearbeitungen wechselt die Taktangabe ausdrücklich zwischen Zweier- und Dreiertakt.
Musikalische Verwendung
Als Volkstanz stammt der Furiant aus Böhmen. Im 19. Jahrhundert wurde er von tschechischen Komponisten in die Kunstmusik übernommen und erscheint in Sinfonien, Kammermusik und Tanzsammlungen, oft an der Stelle eines Scherzos. Er wurde dort zu einem Ausdruck nationaler Eigenart.
Der Furiant ist ein schneller böhmischer Tanz, der durch ständigen Wechsel zwischen Zweier- und Dreierbetonung im Dreiertakt gekennzeichnet ist. Dvořák und Smetana setzten ihn häufig ein, etwa als Scherzo in Sinfonien und Kammermusik. Die Hemiole ist dabei das zentrale rhythmische Mittel des Tanzes. Dvořák nutzt ihn etwa in seiner sechsten Sinfonie.
Spielpraxis
Arbeite den Betonungswechsel deutlich heraus — er ist das Wesen des Tanzes. Übe die Hemiolen zunächst langsam und zähle dabei laut die Zweiergruppen mit. Halte das Tempo straff und den Charakter feurig. Und achte darauf, dass der notierte Dreiertakt im Hintergrund spürbar bleibt, denn erst der Kontrast macht die Wirkung aus.