Gedackt
Oben verschlossene Orgelpfeife; klingt eine Oktave tiefer als eine offene gleicher Länge.
Was es bedeutet
Gedackt heißt eine Orgelpfeife, die am oberen Ende verschlossen ist. Da die Luftsäule dadurch am Ende nicht mehr frei schwingen kann, klingt eine gedackte Pfeife eine Oktave tiefer als eine offene Pfeife gleicher Länge. Sie spart deshalb Platz, besonders bei tiefen Registern.
Musikalische Verwendung
Gedackte Pfeifen haben einen weichen, „hohlen“ Klang, weil nur die ungeradzahligen Obertöne kräftig mitschwingen. Sie werden in der Orgel als Register wie „Gedackt 8ʼ“ oder „Bordun“ gebaut und bilden oft die Grundlage für ruhige, sanft klingende Begleit- und Solostimmen. Das Prinzip der gedackten Pfeife findet sich auch bei anderen Blasinstrumenten, zum Beispiel bei der Klarinette, die sich akustisch ähnlich wie ein gedackter Zylinder verhält.
Abzugrenzen ist die gedackte von der offenen Pfeife, die frei schwingt, alle Obertöne enthält und heller klingt, sowie von Zungenpfeifen, die mit einem Rohrblatt statt an einer Kante klingen. Auch von der Flöte als Register unterscheidet sich Gedackt durch die geschlossene Bauweise und den weicheren Klang.
Spielpraxis
Nutze gedackte Register für ruhige, weiche Begleitung oder Continuo, wo sie Solostimmen nicht überdecken. Mische sie mit hellen Registern, wenn du den Klang aufhellen willst, und achte darauf, dass in der Tiefe der Ton langsamer anspricht.