Gloria
Zweiter Hauptteil der Messe.
Was es bedeutet
Das Gloria ist der zweite Teil des Ordinariums der Messe und folgt auf das Kyrie. Es beginnt mit den Worten „Gloria in excelsis Deo" — Ehre sei Gott in der Höhe — und ist ein Lobgesang, dessen Text aus mehreren Abschnitten besteht: Lobpreis, Anrufung Christi, Bitte um Erbarmen und schließlich der Schlussteil „Cum sancto spiritu". In der Liturgie entfällt das Gloria in bestimmten Zeiten des Kirchenjahres, etwa in der Fastenzeit.
Musikalische Verwendung
Wegen seiner Textlänge und des Wechsels von Lob und Bitte wird das Gloria in größeren Messvertonungen häufig in mehrere Sätze gegliedert: festliche Chorsätze für die Lobabschnitte, ruhige Soli oder kleiner besetzte Sätze für die Bitten, ein groß angelegter Schlusssatz, oft als Fuge über dem Wort „Amen". In knapperen Vertonungen bleibt es ein einziger, durchkomponierter Satz. Der Beginn ist traditionell hell und kraftvoll instrumentiert, vielfach mit Trompeten und Pauken, weil der Text ein Aufruf zum Lob ist. Diese Gliederung ist keine Vorschrift, sondern eine Gewohnheit, von der Komponisten bewusst abweichen können.
Spielpraxis
Verschaffe dir zuerst einen Überblick über die Abschnitte des Textes und ihre Charaktere, damit die Gestaltung nicht gleichförmig wird. Achte auf deutliche Aussprache in den schnellen Lobpassagen und plane die Kräfte, weil der Satz lang ist und mit einem anspruchsvollen Schluss endet. Kläre die Balance zu Trompeten und Pauken früh, damit der Chor nicht zugedeckt wird. In liturgischer Verwendung ist die Dauer zu bedenken und mit der Gottesdienstleitung abzustimmen. Übe die Fugeneinsätze des Schlussteils gesondert.
die Abschnitte des Textes sehr verschiedene Haltungen ausdrücken — Lob, Anrufung, Bitte —, und dass eine Vertonung diese Wechsel mit Tempo, Besetzung und Tonart nachzeichnet: Arbeite die Gliederung heraus, bevor ihr an Einzelheiten geht. Kläre, welche Teile solistisch besetzt sind. Achte auf die Aussprache der lateinischen Formeln und lege die Silbenverteilung fest. Plane die Kräfte über den ganzen Satz, weil der anspruchsvolle Schlussteil am Ende steht, und probe dessen Fugeneinsätze gesondert.