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Vokal

Kyrie

Erster Teil des Ordinariums.

Was es bedeutet

Das Kyrie ist der erste Teil des Ordinariums der Messe. Sein Text ist griechisch und damit der älteste sprachliche Rest in der lateinischen Liturgie: „Kyrie eleison — Christe eleison — Kyrie eleison", also Herr, erbarme dich. Die dreiteilige Anlage mit jeweils mehrfacher Wiederholung prägt auch die musikalische Form; in der Regel entstehen daraus drei Abschnitte, von denen der mittlere sich vom ersten und dritten absetzt.

Musikalische Verwendung

Vertonungen nutzen die Dreiteiligkeit auf unterschiedliche Weise: als schlichten Wechsel von Chor und Soli, als groß angelegte Anlage mit langsamer Einleitung und Fuge oder als Bogenform, in der der dritte Teil den ersten aufgreift und weiterführt. Weil der Text sehr kurz ist, entsteht die Ausdehnung durch Wiederholung und Melismatik, nicht durch neue Worte — das macht das Kyrie zu einem Feld für kontrapunktische Arbeit. In der einstimmigen Überlieferung gibt es zahlreiche Melodien unterschiedlicher Feierlichkeit, die je nach Rang des Tages ausgewählt wurden. Der Bittcharakter des Textes bestimmt die Grundhaltung: eher verhalten als festlich. Es ist damit der einzige griechische Textabschnitt der ansonsten lateinischen Messe.

Spielpraxis

Gestalte die drei Abschnitte hörbar unterschiedlich, damit die Form deutlich wird, und plane Tempoverhältnisse im Voraus. Achte auf die Aussprache des griechischen Textes und auf einheitliche Vokalfarben; kläre, wie „Kyrie" und „eleison" silbisch verteilt werden. Halte bei fugierten Sätzen die Themeneinsätze hörbar, ohne dass Stimmen herausspringen. Weil der Satz am Anfang des Werkes steht, singe nicht zu massiv an — die Steigerung soll für das Gloria bleiben. In liturgischer Verwendung ist die Dauer abzustimmen.