Hammondorgel
Elektromechanische Orgel mit Tonradgeneratoren und Zugriegeln (Laurens Hammond, 1935).
Was es bedeutet
Die Hammondorgel ist eine elektromechanische Orgel, die 1935 von Laurens Hammond in den USA vorgestellt wurde. Ihre Töne entstehen in Tonradgeneratoren: Rotierende Metallscheiben mit gezackter Kante verändern ein Magnetfeld und erzeugen so elektrische Schwingungen, die verstärkt werden. Statt Pfeifen und Windwerk kommen also Motor, Tonräder und Verstärker zum Einsatz.
Musikalische Verwendung
Der Klang wird über Zugriegel gemischt, mit denen die Spielenden Obertöne stufenweise zuschalten und damit die Klangfarbe formen. Häufig wird die Hammondorgel über einen Leslie-Lautsprecher mit rotierenden Schallelementen gespielt, der das typische Wirbeln erzeugt. Berühmt wurde die Hammond B-3 in Jazz, Soul und Rock, etwa durch Jimmy Smith im Jazz und durch die Band Deep Purple im Rock. Sie ersetzte in kleinen Kirchen und Bands oft die Pfeifenorgel.
Abzugrenzen ist die Hammondorgel von der Pfeifenorgel, die den Klang mit Luft und Pfeifen erzeugt, und von digitalen Keyboards und Synthesizern, die den Klang elektronisch oder digital synthetisieren. Sie ist ein elektromechanisches Instrument und zählt zu den Elektrophonen.
Spielpraxis
Nutze die Zugriegel bewusst: Wenige Obertöne ergeben einen weichen Klang, viele einen durchsetzungsfähigen, scharfen. Spiele mit federndem Anschlag und beachte den Leslie-Effekt, der den Ton durch Rotation belebt und beim Wechsel der Geschwindigkeit die Wirkung stark verändert.