Idiophon
Selbstklingendes Schlaginstrument.
Was es bedeutet
Ein Idiophon ist ein Instrument, bei dem der Körper des Instruments selbst schwingt und den Ton erzeugt — ohne gespannte Saite, ohne Fell, ohne schwingende Luftsäule. Dazu gehören Becken, Gongs, Triangel, Glocken, Kastagnetten, Xylophon und Glockenspiel ebenso wie Rasseln und Klanghölzer. Der Begriff stammt aus der systematischen Instrumentenkunde, die Instrumente nach der Art des schwingenden Materials ordnet: Idiophone, Membranophone mit schwingendem Fell, Chordophone mit Saiten und Aerophone mit Luftsäule. Nach Art der Anregung unterscheidet man geschlagene, gestrichene, gezupfte und geschüttelte Idiophone.
Musikalische Verwendung
Idiophone begegnen in nahezu allen Musikkulturen und erfüllen sehr verschiedene Aufgaben. Einige haben eine klar bestimmbare Tonhöhe und können Melodien tragen, etwa Stabspiele und Metallophone; andere liefern Geräusch und Rhythmus ohne Tonhöhe, wie Becken oder Rasseln. Im Orchester der europäischen Kunstmusik bilden sie einen großen Teil des Schlagwerks und werden seit dem 19. Jahrhundert immer differenzierter eingesetzt, in der Musik des 20. Jahrhunderts bis hin zu Werken, in denen sie den Hauptteil des Instrumentariums stellen. Charakteristisch ist häufig ein langer, schwer steuerbarer Nachklang, der die Satzweise mitbestimmt.
Spielpraxis
Das Wichtigste ist meist nicht der Anschlag, sondern das Dämpfen: Wo der Klang lange steht, entscheidet das Abstellen über die Deutlichkeit. Plane es rhythmisch ebenso genau wie den Schlag. Anschlagstelle und Schlägelwahl verändern den Klang stärker als die Lautstärke — probiere beides bewusst aus und notiere die Entscheidung. Achte darauf, dass das Instrument frei schwingen kann und nirgends am Gestell anliegt. Halte Metallflächen sauber und fasse sie nicht mit bloßen Fingern an. Lagere empfindliche Instrumente getrennt, damit sie nicht gegeneinander schlagen.
viele Idiophone keine festgelegte Tonhöhe haben, aber dennoch eine Lage: Ein tiefes Becken und eine kleine Triangel besetzen ganz verschiedene Bereiche und mischen sich entsprechend anders mit dem Orchester. Wähle Instrumente deshalb nach ihrer Wirkung im Satz und nicht nur nach dem Namen in der Partitur. Prüfe vor der Aufführung die Aufstellung, damit Wechsel geräuschlos möglich sind. Notiere die verwendeten Schlägel in der Stimme, weil sich sonst bei der nächsten Aufführung alles wiederholt.