Impromptu
Improvisatorisch wirkendes Charakterstück für Klavier.
Was es bedeutet
Ein Impromptu, aus dem Französischen für „aus dem Stegreif“, ist ein Charakterstück für Klavier, das den Eindruck einer spontanen, improvisierten Eingebung erwecken soll, tatsächlich aber sorgfältig ausgearbeitet ist. Es hat meist eine klar erkennbare Form mit einem oder wenigen wiederkehrenden Themen.
Musikalische Verwendung
Die Gattung entstand im frühen 19. Jahrhundert und ist eng mit der Klaviermusik der Romantik verbunden. Franz Schubert schrieb zwei Sammlungen von je vier Impromptus, D 899 und D 935, die zu den bekanntesten Beispielen zählen. Auch Frédéric Chopin komponierte mehrere Impromptus, darunter die berühmte Fantaisie-Impromptu op. 66. Das Impromptu steht neben Nocturne, Ballade und Charakterstück als eine der freien, romantischen Kleinformen für Klavier.
Abzugrenzen ist das Impromptu von der Fantasie, die formal noch freier angelegt ist und mehr an tatsächliche Improvisation erinnert, und von der Etüde, die eine bestimmte technische Aufgabe verfolgt. Vom Nocturne unterscheidet es sich durch den oft bewegteren, weniger nächtlich-ruhigen Charakter.
Spielpraxis
Spiele ein Impromptu mit einem Gefühl von Spontaneität, ohne die zugrunde liegende klare Form zu vernachlässigen. Arbeite die wiederkehrenden Themen deutlich heraus, damit die Struktur trotz des improvisatorischen Charakters hörbar bleibt.