Introit
Einleitungsgesang der Messe.
Was es bedeutet
Der Introitus ist der Eröffnungsgesang der Messe; er erklingt zum Einzug. Aufgebaut ist er aus einer Antiphon, einem Psalmvers und der Wiederholung der Antiphon. Anders als die Teile des Ordinariums, deren Text bei jeder Messe gleich bleibt, gehört der Introitus zum Proprium: Sein Text wechselt mit dem Tag des Kirchenjahres, und er gibt dem jeweiligen Sonntag oder Fest sein Gepräge. Viele Sonntage tragen bis heute Namen, die aus dem Anfangswort ihres Introitus stammen, etwa Invocavit, Laetare oder Cantate.
Musikalische Verwendung
In der einstimmigen Überlieferung sind Introiten mittlerer Länge und maßvoll verziert — nicht so schlicht wie eine Psalmrezitation, aber auch nicht so melismenreich wie ein Graduale. Mehrstimmige Vertonungen greifen die Texte auf, besonders in der Renaissance, und in der protestantischen Tradition entstanden eigene Eingangsgesänge. Für die Aufführungspraxis ist die dreiteilige Anlage wichtig: Sie erlaubt es, die Länge dem Einzug anzupassen, indem der Psalmvers erweitert oder gekürzt wird. Damit ist der Introitus ein Beispiel für Musik, die einem liturgischen Vorgang zeitlich folgt.
Spielpraxis
Kläre vor dem Gottesdienst, wie lange der Einzug dauert, und plane Psalmverse entsprechend; besser eine Strophe mehr vorbereiten als abbrechen müssen. Gestalte die Antiphon vom Text her und halte die Psalmverse im schlichten Rezitationston, damit der Unterschied hörbar bleibt. Achte auf einen ruhigen, geschlossenen Klang ohne Vibrato und auf gemeinsame Atemstellen. Wähle eine bequeme Tonhöhe, da die Notation keine absolute Lage vorgibt, und rechne mit dem Nachhall des Raumes. Prüfe das liturgische Buch und kläre mit der Gottesdienstleitung, ob der Introitus mit Psalmvers und Gloria Patri gesungen oder gekürzt wird.