Kammermusik
Musik für kleine Besetzung.
Was es bedeutet
Kammermusik ist Musik für kleine Besetzung, bei der jede Stimme solistisch besetzt ist. Damit unterscheidet sie sich vom Orchester, in dem Stimmen mehrfach besetzt werden, und vom Solostück. Die Spanne reicht vom Duo bis zu Ensembles von acht oder zehn Spielern; feste Gattungen sind Streichtrio, Streichquartett, Klaviertrio, Bläserquintett und weitere. Ursprünglich bezeichnete der Begriff den Aufführungsort — die Kammer im Gegensatz zu Kirche und Theater.
Musikalische Verwendung
Aus der solistischen Besetzung folgt alles Übrige: Jede Stimme ist hörbar und trägt Verantwortung, es gibt keine Leitung von außen, und die Gestaltung wird unter den Beteiligten ausgehandelt. Komponisten nutzen das für besonders dichte Arbeit; das Streichquartett gilt seit dem späten 18. Jahrhundert als anspruchsvollste Gattung, weil vier gleichartige Stimmen keinen Klangaufwand erlauben, hinter dem sich Schwächen verbergen ließen. Zugleich ist Kammermusik ein Feld des gemeinsamen Musizierens von Laien wie Berufsmusikern, mit einem Repertoire aus mehreren Jahrhunderten.
Kammermusik wurde ursprünglich in Wohnräumen und am Hof gespielt, nicht in Kirchen oder Theatern. Heute ist sie ein fester Bestandteil des Konzertlebens. ## Spielpraxis
Probe im Kreis oder in einer Aufstellung, in der alle einander hören und sehen; ein großer Teil der Verständigung läuft über Blick und Atem. Kläre Phrasierung, Artikulation und Tempoverhältnisse gemeinsam und nicht durch Übernahme einer Meinung. Höre beim Spielen auf die anderen Stimmen, besonders wenn du begleitest. Übe heikle Stellen zu zweit oder zu dritt statt immer im Tutti. Lege Einsätze und Schlüsse ausdrücklich fest und probe die Übergänge zwischen Abschnitten.
die Probenarbeit ohne Leitung eine eigene Kunst ist: Entscheidungen müssen ausgesprochen und festgehalten werden, sonst spielt jede Probe anders. Führe eine gemeinsame Liste der Absprachen. Probe in wechselnden Teilbesetzungen, weil sich Stimmverhältnisse so am besten klären. Stimme regelmäßig auch während der Probe nach, weil Intonation hier nichts verdeckt. Führe ein gemeinsames Probenprotokoll, weil Absprachen sonst zwischen den Terminen verloren gehen.